Kind lebt bei der Mutter/Jugendamt weist Vorwurf der Untätigkeit zurück

Vater fürchtet um die Gesundheit seiner Melina

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Immer wieder bewahrheitet es sich, dass Kinder die Leidtragenden von Trennungen oder Scheidungen sind. So auch im Fall der fünfjährigen Melina, mit dem sich das Jugendamt in der Kreisstadt beschäftigt. Vater Robert weiß sich keinen Rat mehr, kann seine Tochter nicht mehr leiden sehen.

„Meine Tochter wohnt bei meiner Ex-Frau, ich habe eine neue Lebensgefährtin, mit der ich zusammenlebe“, erklärt der Vater. Lediglich alle zwei Wochen sei die Tochter von Donnerstag bis Montag bei ihm: „Das Schlimme ist, dass Melina seit neun Monaten unter Milben (Krätze) leidet. Es ist für mich und meine Lebensgefährtin ein Problem, das mit ansehen zu müssen.“

Wie der Vater weiter berichtet, habe seine Rechtsanwältin bereits ans Jugendamt und Familiengericht geschrieben, um eine Lösung herbeizuführen: „Leider aber wird wohl keine Gefahr gesehen. Und das, obwohl weitere Therapien mit Creme die Nieren meiner Tochter schädigen könnten.“ Bereits seit drei Jahren kämpfe er um das Aufenthaltsbestimmungsrecht – leider bisher ohne Erfolg: „Meiner Tochter geht es bei ihrer Mutter einfach nicht gut, darum möchte ich sie zu mir holen. Aber weder das Gericht noch das Jugendamt werden tätig, weil sie keine Gefährdung sehen. Ich weiß mir keinen Rat mehr.“

Die Sorge um seine Kleine ist ihm anzuhören: „Meine Tochter hat Entwicklungsstörungen, eine Hörschädigung mittleren Grades, eine Augenschädigung, eine Fehlbildung der Harnwege sowie einer Niere, die nur noch zu acht Prozent arbeitet.“ Die gesunde Niere arbeite auch nur noch zu 80 Prozent: „Hinzu kommt, das meine Ex-Frau eine schreckliche Kindheit hatte. Es muss jetzt unbedingt etwas geschehen, damit ich meine Tochter bei mir haben und ihr helfen kann.“

Seitens des Amtes wird der Vorwurf der Untätigkeit strikt zurückgewiesen. „Wir sind sehr wohl aktiv. In der vergangenen Woche gab es eine weitere Stellungnahme an das Familiengericht. Natürlich sind und bleiben wir an der Sache dran und kümmern uns“, erklärte der Leiter des Jugendamtes, Martin Ahlrichs, auf Nachfrage.

Zweifelsohne wisse das Amt, dass etwas gemacht und die Erkrankung behandelt werden müsse: „Wir befinden uns in einem laufenden Verfahren, in dem die Eltern angehört werden müssen. Bei verschiedenen Meinungen müssen wir daraufhin arbeiten, dass die Eltern wenigstens in diesem Punkt an einem Strang ziehen, um gemeinsam eine Lösung zum Wohle des Kindes herbeizuführen.“

Ahlrichs stellte auch klar, dass es vom Gesetzgeber nicht gewollt sei, die Kinder sofort aus ihrer Umgebung zu nehmen: „Auch wenn eine Gefährdung vorliegt, sind wir angehalten, zunächst auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinzuwirken, manchmal mit Hilfe des Gerichtes und schlichtend auf die Erziehungsberechtigten oder Eltern einzuwirken. Nur bei dringender Gefahr dürfen wir gegen den Willen der Eltern agieren. Das aber auch nur mit Erlaubnis des Gerichtes.“

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