Vorwurf dementiert

Karsten Scheele: „Keinen Antrag für Sandabbau gestellt“

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Unter diesem Wald liegen große Sandvorkommen. Unternehmer Karsten Scheele würde sie gerne abbauen.

Wildeshausen - Die Planungen für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West entzweien die Gemüter. Der Besitzer des größten Areals, das später als Fläche für Wildeshauser Betriebe genutzt werden soll, Karsten Scheele, widerspricht jetzt Behauptungen der UWG-Fraktion, wonach er für diesen Bereich schon einmal vergeblich den Sandabbau beantragt habe.

„Das ist eine Lüge“, so der Investor, der das Areal vor einigen Jahren erworben hat, um dort Sand abzubauen – wenn die Grube in Glane erschöpft ist. Als völlig absurd bezeichnet er den UWG-Vorwurf, die Stadt entwickle nur deshalb ein Industriegebiet an dieser Stelle, weil er sonst keinen Sand abbauen könnte.

Dass er die Fläche nutzen möchte, ist unzweifelhaft. Sonst hätte Scheele sie niemals gekauft. Für ihn lohnt sich ein Sandabbau aber eigentlich nur, wenn er richtig in die Tiefe geht. Nach Abschluss der Arbeiten ist er nach eigener Auskunft grundsätzlich verpflichtet, für umfangreiche Ersatzpflanzungen auf dem Areal zu sorgen. Zudem muss er an andrerer Stelle Ausgleichsflächen anlegen, die 50 Prozent des abgeholzten Bestandes entsprechen.

Politik stimmt für Vorkaufsrecht für Areal

Da die Stadt jedoch seit vielen Jahren die Planungshoheit für das Gebiet hat, sind Scheele die Hände gebunden, was einen Sandabbau betrifft. „Deshalb habe ich nun deutlich gemacht, dass eine Entscheidung überfällig ist“, berichtet er. Als Unternehmer könne er nicht ewig warten. Und wenn dort ein Industriegebiet hin solle, könne er wenigstens einen Teil des Sandes abbauen und dann die Flächen veräußern.

Doch was die benötigten Grundstücke betrifft, scheint es derzeit zu haken. Laut Informationen unserer Zeitung, hat Scheele ein 1 500 Quadratmeter großes Gelände erworben, das in der Nähe einer Sauergasleitung liegt und als Teil einer Ausgleichsfläche für das Industriegebiet geeignet wäre. Besitzer war der Schützenverein Steinloge. Der Vertrag ist notariell beurkundet.

Dem Vernehmen nach hat aber der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss der Stadt in seiner Sitzung im Juni ein Vorkaufsrecht geltend gemacht. Damit würde die Stadt Wildeshausen die Fläche erwerben und eventuell Scheele blockieren.

Sondersitzung von Verwaltungsausschuss

Offenbar war die Verwaltung mit diesem Votum gar nicht einverstanden, weshalb vor wenigen Tagen auf schriftlichem Wege (Umlaufbeschluss) versucht wurde, eine andere Entscheidung herbeizuführen. Aber auch das, so erfuhr unsere Zeitung, war nicht von Erfolg gekrönt. Deshalb ist für Montag, 16. Juli, eine erneute Sitzung des Verwaltungsausschusses terminiert worden, bei der noch einmal alle Details erörtert werden sollen. Es stellt sich aber nach Ansicht einiger Ratsmitglieder die Frage, ob der Beschluss vom Juni innerhalb der sonst üblichen Sechsmonatsfrist gekippt werden kann.

Scheele wusste nach eigenen Angaben am Dienstag nichts davon, dass die Stadt ein Vorkaufsrecht für die Fläche in Steinloge hat und es eventuell nutzen möchte. Sein Notar ist im Urlaub. - dr

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