Wildeshausen-West: Flächen in Privathand / Pirat: Preis für Erwerb viel zu hoch

Keine Zufahrt zu Industriegebiet

Die bewaldeten Flächen längs der Ahlhorner Straße (links) sind in Privatbesitz. Über sie muss das dann dahinter liegende Industriegebiet Wildeshausen-West erschlossen werden. Foto: dr

Wildeshausen – Wie geht es weiter mit den Planungen für das Industriegebiet Wildeshausen-West? Wie berichtet, hat die Gruppe Grüne/Piraten im Stadtrat beantragt, ein Moratorium einzurichten und die Einnahmen und Ausgaben später noch einmal durch geeignete Fachplaner bewerten zu lassen. Die Stadtverwaltung schlägt in ihrer Stellungnahme für den Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt am Donnerstag, 27. Februar, hingegen vor, das Bauleitplanverfahren für die Änderung des Flächennutzungsplanes zunächst zu Ende zu bringen und dem Landkreis Oldenburg zur Genehmigung vorzulegen.

Derzeit, so Wirtschaftsförderer Claus Marx in der Vorlage, werde das Verfahren vom Planungsbüro weiter vorbereitet. Die notwendigen Gutachten seien eingeholt worden. Der anvisierte Reservierungsvertrag mit der Landesforst über Ausgleichsflächen sei allerdings noch nicht geschlossen worden.

Erst das Bauleitplanverfahren fortführen?

Wie berichtet soll es sich dabei um 40 Hektar handeln, die in der Nähe des Pestruper Gräberfeldes sowie in Großenkneten liegen.

Nach Einschätzung von Marx würde die Fortführung des Bauleitplanverfahrens einen „überschaubaren Betrag“ für das restliche Planungshonorar und eventuelle Rechtsberatungskosten beinhalten. Anschließend sei es laut Stadtverwaltung in der Tat erst sinnvoll zu klären, wie mit den Flächen für eine Zufahrt zum Gebiet verfahren werden soll. Ursprünglich war geplant gewesen, dass ein Investor diese Areale erwirbt sowie erschließt und somit den Weg zu den dahinter geplanten Industrieflächen der Stadt freimacht. Der Kaufmann hat jedoch einen Insolvenzantrag eingereicht und angekündigt, dass er einen anderen potenziellen Käufer nennen würde.

Das ist offenbar noch nicht geschehen, und dem Insolvenzverwalter sind nach Recherchen unserer Zeitung bislang keine Personen bekannt, die die Flächen kaufen wollen.

„Grundstück ohne Planungen nur Brachland“

Darauf geht auch Uwe Bock von den Piraten in seinem Antrag ein: „Durch die Insolvenz des Hauptinvestors sowie der nicht klaren Besitz- und Verkaufsabsichten der Grundstücksverkäufer ist es nicht möglich, dieses Vorhaben in den nächsten zehn Jahren zu den von der Stadt Wildeshausen angegebenen Kosten zu realisieren“, schreibt er. Das Grundstück wäre ohne die Planung der Stadt nur als Brachland zu bewerten. Vergleichbare Areale seien von einem der derzeitigen Besitzer vor zwei Jahren im benachbarten Aumühle wesentlich günstiger erworben worden. „Hierbei wurde bei Weitem nicht der Preis bezahlt, den die Stadt jetzt bezahlen müsste.“

Kosten bei mehr als 25 Millionen Euro?

Bock rechnet nicht mit einem neuen Investor. Zudem müsse Wildeshausen die eingeplante Förderung in Höhe von 4,8 Millionen Euro selbst aufbringen, da die dafür notwendigen Voraussetzungen nicht bis zum Frühjahr 2020 geschaffen werden könnten. „Wenn bei dem Gebiet in zehn bis 15 Jahren alles fertiggestellt ist, werden die Gesamtkosten nicht – wie von der Stadt berechnet – bei rund 7,5 Millionen Euro liegen, sondern eher bei mehr als 25 Millionen Euro“, rechnet Bock. Deshalb sei ein Moratorium unerlässlich.    dr

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