Ausschuss empfiehlt lediglich ein Handlungskonzept für Wildeshausen

Keine Satzung für den Baumschutz

Dazu soll es möglichst selten kommen: Von einem stattlichen Baum bleibt nur der Stumpf zurück.
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Dazu soll es möglichst selten kommen: Von einem stattlichen Baum bleibt nur der Stumpf zurück.

Wildeshausen – Die Stadt Wildeshausen wird auch in Zukunft keine Baumschutzsatzung bekommen. Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt hat vielmehr lediglich ein Handlungskonzept für den Baum- und Heckenschutz empfohlen, das am Donnerstag im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss beschlossen werden könnte.

Darin enthalten sind einige Empfehlungen wie die Kennzeichnung besonders geschützter Bäume oder Baumgruppen, die Hilfe bei der Laubentsorgung in den Wohnquartieren sowie die Förderung von weiteren Baumpflanzungen im Stadtgebiet. Dafür sollen jährlich 10 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden.

Wolfgang Sasse (CDU) regte zudem in der Sitzung des Fachausschusses an, sich über Unterstützung durch die Wieker-Stiftung zu informieren, die Bäume spendet.

Baumschutzsatzung seit Jahren in der Diskussion

Das Thema Baumschutzsatzung beschäftigt die Politik seit Jahren. Es liegen unterschiedliche Anträge der Linken, der UWG und der CDW vor. Kreszentia Flauger (Linke) hatte sich erneut dafür eingesetzt, eine Baumschutzsatzung zu erlassen. „Wir können nicht zeitnah alle Bebauungspläne vereinheitlichen, um in Wildeshausen überall die gleichen Regelungen zu haben. Deshalb muss eine Satzung her“, begründete sie ihren Antrag.

Damit kam sie aber bei den anderen Ausschussmitgliedern nicht weit. „Wenn wir eine Satzung erlassen, dann greifen einige Bürger zur Kettensäge, bevor sie in Kraft tritt“, befürchtete Sasse. „Außerdem kalkulieren manche Bürger die Kosten ein, die ihnen entstehen, wenn sie einen Baum fällen“, ergänzte Matthias Kück (UWG). Er halte es für besser, wenn die Nachbarn auch ohne eine Satzung ein Auge auf schützenswerte Bäume hätten.

Politik fordert Kontrolle durch die Stadt

„Das muss die Verwaltung aber auch überprüfen“, forderte Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) ein. „Die Überwachung ist entscheidend“, bekräftigte Sasse. Auch Bernhard Block (CDW) sah das so. Wenn niemand nach den Bäumen schaue, dann würden sie eben schnell abgeholzt.

„Wir sind eine Stadt im Grünen“, betonte Fachbereichsleiter Hans Ufferfilge. Deshalb habe man zusammen mit Wolfgang Pohl vom Naturschutzbund (Nabu) ein Handlungskonzept entwickelt, das pragmatisch sei. Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass sie eine Beratung für private Baumpflegemaßnahmen anbietet. Es sei ein Flyer zum Baumschutz erstellt worden, in den Bebauungsplänen würden geschützte Gehölzbestände erfasst sowie ausgewiesen, wenn es zu einer Überarbeitung der Pläne komme. „Durch die Vorgabe der Bauleitplanung erfolgen weitere Aufforstungen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Auf Vorschlag des Nabu sollen nun geschützte Bäume gekennzeichnet werden, damit der Wert für jedermann ersichtlich ist. Das Beratungsangebot für die Bürger soll weiter verbessert werden.

Hermann Hitz (UWG) merkte an, dass manche Menschen – insbesondere ältere Wildeshauser – mit der Baumpflege überfordert seien. „Für solche Fälle sollte Geld in den Haushalt eingestellt werden. Das wäre auch für die Schädlingsbekämpfung denkbar“, erklärte er. „Das muss die Politik entscheiden“, betonte Ufferfilge. Zu einer Abstimmung darüber kam es jedoch nicht.

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