Kein Tierheim, aber viele Fundtiere in der Betreuung

Das Katzenhaus am Reepmoorsweg kann nur noch vorübergehend als Domizil genutzt werden.
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Das Katzenhaus am Reepmoorsweg kann nur noch vorübergehend als Domizil genutzt werden.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Seit weit über einem Jahrzehnt sucht die Tierschutzgruppe Wildeshausen nach einem Platz, auf dem sie ihr Tierheim bauen kann.

Zeitweise sah es so aus, als könnte ein neues Domizil in der Holzhauser Heide entstehen, doch dann zerschlug sich diese Hoffnung. Nun bangt die Tierschutzgruppe darum, ob sie auf einem Areal neben dem Klärwerk in Wildeshausen ein Heim bauen kann.

Die Sorge für und die Unterbringung von Fundtieren ist Aufgabe der Kommunen. Nur zu gerne treten sie diese Pflicht an Ehrenamtliche ab, die sich um die Tiere kümmern. Allzu oft wird in diesem Zusammenhang vergessen, dass die Städte und Gemeinden auch dafür sorgen müssen, dass die Tierschützer geeignete Unterbringungen vorfinden oder finanziert bekommen.

Darauf hofft die Tierschutzgruppe seit vielen Jahren vergeblich. Sie unterhält ein Katzenhaus am Reepmoorsweg und nutzte lange Zeit einen Zwinger neben dem Klärwerk. Der Zwinger wird seit über einem Jahr nur noch in extremen Notfällen aufgeschlossen, wenn die Polizei ein Tier kurzfristig unterbringen muss, bevor die Tierschützer sich darum kümmern können.

Die Zustände im Katzenhaus wurden vom Veteri näramt des Landkreises Oldenburg heftig kritisiert, weil dort insbesondere im Winter schwierige Verhältnisse zur Haltung von Tieren vorherrschen. Deshalb hat das Veterinäramt auch noch keine Genehmigung zur Tierhaltung für die Aktiven der Tierschutzgruppe erteilt. Gleichzeitig prüft das Bauamt des Landkreises, ob das Katzenhaus weiter betrieben werden darf. Ausdrücklich wird betont, dass es aktuell nicht einmal eine Duldung gibt.

Doch alle Bestrebungen, an anderer Stelle eine geeignete Unterbringung für die Tiere zu finden, scheiterten bislang. In der Holzhauser Heide hätte die Tierschutzgruppe nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Oldenburg und trotz der Proteste von Anwohnern bauen können. Dort lässt sich aber ein Tierheim weder wirtschaftlich bauen noch betreiben.

Vor gut einem Jahr nahmen CDU und SPD im Rat der Stadt Wildeshausen eine alte Idee wieder auf und beantragten, zu prüfen, ob neben dem Klärwerk auf einer Überschwemmungsfläche gebaut werden könnte. Dafür wäre allerdings die Änderung des Bebauungsplanes notwendig.

Seit über einem Jahr befindet sich das Projekt in der Prüfung, und nach letzten Erkenntnissen dürfte es auch noch mindestens ein halbes Jahr dauern, bis die Änderung des Bebauungsplanes durchgeführt werden kann. Möglicherweise scheitert die Planänderung aber auch an Formalitäten oder Einwendungen. Für die Tierschutzgruppe bedeutet es in jedem Fall, noch lange zu warten, bis vielleicht gebaut werden kann. Dabei liegen die Pläne des Architekten vor, und es droht den Tierschützern der Verlust von Fundtierverträgen mit mehreren Kommunen. Diese laufen Ende des Jahres aus. Die Tierschutzgruppe wird in jedem Fall die Preise erhöhen müssen, um in Zukunft rentabel arbeiten zu können. Fragt sich allerdings, ob die Kommunen dabei mitziehen – und die Finanzierung eines neuen Tierheims mittragen.

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