Stadt sieht Voraussetzungen nicht als erfüllt an 

Kein neuer Vertrag mit der Tierschutzgruppe

Noch gibt es das Katzenhaus in Wildeshausen. Die Fundtiere sollen aber bald woanders untergebracht werden. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Stadt Wildeshausen wird keinen neuen Fundtiervertrag mit der Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) abschließen. Nach Prüfung der eingereichten Unterlage kann die Tierunterbringung nicht vereinbart werden, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. Die Tierschützer sind fassungslos. In einer ersten Stellungnahme machten sie deutlich, dass sie offenbar keine reelle Chance hatten, ein neues Tierheim aufzubauen. Wo die Fundtiere ab 2017 untergebracht werden sollen, ist noch völlig unklar.

Im März hatte der Verwaltungsausschuss der Stadt über drei Angebote für die Tierbetreuung beraten und dann die Weichen für eine Fundtierunterbringung mit der TSGW für einen Zeitraum von fünf Jahren gestellt. Die damals formulierten Voraussetzung für den Abschluss des Vertrages waren allerdings schon so speziell gehalten, dass die TSGW arge Zweifel daran geäußert hatte, dass sie so schnell erfüllt werden können. Bis spätestens 13. Mai sollte der Verein nachweisen, dass die erforderliche Erlaubnis zur Tierhaltung vom Veterinäramt des Landkreises Oldenburg in Aussicht gestellt und diese bis spätestens drei Monate nach Inbetriebnahme des Tierheims vorgelegt wird. Das Tierheim sollte des weiteren bis zum 1. Oktober in Betrieb genommen sein.

„Das sind keine realistischen Annahmen“, kritisierte die TSGW-Sprecherin Edith Kaminski in einer ersten Stellungnahme. Man habe zwar einen Antrag gestellt, doch eine „positive Befürwortung“ gebe es erst, wenn das Tierheim errichtet sei. Auch wegen personeller Engpässe aus Krankheitsgründen sei das Veterinäramt nicht in der Lage gewesen, fristgerecht eine Bescheinigung vorzulegen. Zudem sei schon immer klar gewesen, dass die Tierschützer bis zum Ende des Jahres lediglich eine Katzenunterbringung in Hanstedt gewährleisten könnten. Die Hunde sollten ebenso wie andere Fundtiere in Pflegestellen betreut werden.

Die Stadtverwaltung hatte die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Familie am Donnerstagabend nichtöffentlich darüber informiert, dass die notwendige Inaussichtstellung der erforderlichen Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz nicht vorgelegt werden konnte. Die Unterbringung werde nun mit einem anderen Anbieter realisiert. Die Verwaltung führe jetzt die erforderlichen Gespräche. „Alle im Rat vertretenen Fraktionen bedauern dieses Ergebnis und betonen den herausragenden Stellenwert der ehrenamtlichen Arbeit der Tierschutzgruppe Wildeshausen. In der Sache müsse nun jedoch eine Entscheidung getroffen werden, damit die Stadt auch ab dem zweiten Halbjahr 2016 die Fundtierunterbringung gewährleisten kann“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Die Enttäuschung bei den Tierschützern ist nun riesig. „Man hat von uns immer nur gefordert“, so Kaminski. „Richtig geholfen hat uns aber keiner.“ In Hanstedt hätte man auf jeden Fall für eine gute Katzen-Unterbringung sorgen können. Doch offenbar habe niemand richtig gewollt, dass das Projekt verwirklicht werden kann.

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