Insolvenzverwalter sucht nach potenten Geldgebern / Harro Taubes Firma zahlungsunfähig

Kein neuer Investor für Wildeshausen-West in Sicht

Zurzeit ist fraglich, ob an der B 213 bei Aumühle ein Autohof und ein Industriegebiet entstehen. Foto: Hansemann

Wildeshausen – Zurzeit ist völlig unklar, ob es nach der Insolvenz der Firma von Harro Taube einen neuen Investor für das geplante Industriegebiet Wildeshausen-West geben wird. Wie berichtet hatte der Projektentwickler einen Autohof geplant und wollte damit den Zugang zu dem Areal erschließen, war aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Für Taubes Unternehmen, die Port of Logistics GmbH in Stade, wurde am 22. Oktober das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Der Kaufmann aus Cadenberge hatte Bürgermeister Jens Kuraschinski Anfang November darüber informiert. Am 4. Dezember überführte das Gericht das Verfahren vom vorläufigen in den endgültigen Status. Forderungen konnten bis Ende Januar gemeldet werden. Eine Gläubigerversammlung ist für Mittwoch, 26. Februar, um 10 Uhr im Amtsgericht Stade angesetzt.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Andreas Tralau, zuständiger Sachbearbeiter beim Hamburger Insolvenzverwalter SHNF, jetzt: „Es gibt noch keinen konkreten Investor.“ Tralau ist auf der Suche nach Geldgebern, die den von Taube ausgehandelten Kaufvertrag für das Grundstück übernehmen und die Idee des Autohofs mit Wasserstofftankstelle umsetzen wollen. „Ich kann nicht sagen, wann es so weit ist. Es kann ein, zwei Monate dauern oder auch nie passieren“, so Tralau. „Zurzeit ist alles noch unbestimmt.“

Offenbar ist auch nicht so ganz klar, ob der bestehende Kontrakt überhaupt von allen Parteien erfüllt werden würde. Der Insolvenzverwalter hält Ausschau nach Investoren „in der Hoffnung, dass die Verkäufer noch zu dem Vertrag stehen“.

Taube hatte den Vorgang damals in einem Interview als „strategische Insolvenz“ bezeichnet. Mit diesem Begriff kann man bei SHNF nicht viel anfangen. Fest steht, dass die Geschäftsbeziehungen über den Insolvenzverwalter laufen.

Stellt sich die Frage, wie Stadtverwaltung und Politik mit der Taube-Insolvenz umgehen. Wildeshausens Wirtschaftsförderer Claus Marx warnte immer wieder davor, das Projekt Wildeshausen-West zu Grabe zu tragen. Er sei im Kontakt mit dem Insolvenzverwalter, sagte er auf Nachfrage. Allerdings kann auch er keinen konkreten neuen Investor nennen.

Taube hatte damals signalisiert, einen Kooperationspartner an der Hand zu haben, der das Vorhaben in seinem Sinne weiterführen könnte. Doch auch nach mehr als drei Monaten ist offenbar nichts Konkretes in dieser Hinsicht passiert.

Natürlich könnte das Planungsverfahren für Wildeshausen-West auch ohne Investor abgeschlossen werden. Aber wenn der neue Partner die bisherigen Zusagen übernimmt, würde die finanzielle Belastung für die Stadt deutlich geringer ausfallen, da diese weniger Grunderwerb tätigen müsste und etliche Kosten weiterleiten könnte, hatte Kuraschinski in einem Interview mit unserer Zeitung nach Bekanntwerden der Insolvenz gesagt.  bor

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