Multiresistente Keime: Kritik an Umweltministerium

Kein Grenzwert für multiresistente Keime in der Wildeshauser Brookbäke

Protest gegen Verschmutzung: Die Schüler auf Gut Spasche dürfen nicht an der Brookbäke spielen.
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Protest gegen Verschmutzung: Die Schüler auf Gut Spasche dürfen nicht an der Brookbäke spielen.

Wildeshausen – Es gibt keine Fortschritte bei der Bewertung der Brookbäke in Wildeshausen und deren Belastung mit multiresistenten Keimen aus der Putenschlachterei Geestland.

Susanne Menge, bisherige Grünen-Landtagsabgeordnete für den Landkreis Oldenburg und jetzt Bundestagsmitglied, kritisiert die „Verweigerungshaltung“ des Hauses von Umweltminister Olaf Lies nach einer Unterrichtung im Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtages. „Keiner will für das Problem verantwortlich sein. Wenn bekannt ist, dass ein Schlachthof multiresistente Keime in ein Gewässer einleitet, muss der Landkreis auch die Möglichkeit haben, der Gefährdung nachzugehen. Ich erwarte hier Rückendeckung vom Land“, sagt Menge. So lange es im Bund keine verbindlichen Grenzwerte gebe, müsse das Land einen Orientierungsrahmen schaffen. Es dürfe nicht sein, dass Landkreis, Schule und Eltern dort allein gelassen würden.

Kinder spielten in der Brookbäke

Wie berichtet, waren laut Greenpeace-Report „Gefährliche Keime aus Tierfabriken“ in der Brookbäke Bakterien nachgewiesen worden. Das Gewässer fließt an der Putenschlachterei Geestland vorbei. Diese darf ihre Abwässer aus der Kläranlage in die Bäke einleiten, die nach wenigen Kilometern über das Gelände der Privatschule Gut Spascher Sand fließt. Die Kinder hatten bis zum Bekanntwerden der Gewässerbelastung im Uferbereich gespielt.

Laut Auskunft von Menge verweigert sich das niedersächsische Umweltministerium, den Landkreisen einen Maßstab zur Gefährdungsbeurteilung von multiresistenten Keimen im Wasser zur Verfügung zu stellen. Bundeseinheitliche Grenzwerte in Abwässer, Bächen und Flüssen fehlten weiterhin, erklärt die Grüne. „Selbst wenn Messungen auf multiresistente Keime vorgenommen werden, gibt es keine einheitlichen Rahmen, um die Gefährdung für Mensch und Umwelt zu beurteilen“, betont Menge. „Es fehlt ein Richtwert für die Brookbäke, um bewerten zu können, welche Keimbelastung für spielende Kinder ein Risiko darstellen kann.“ Im Ausschuss habe das Umweltministerium nach dem Spielen in der Natur gründliches Händewaschen empfohlen. Wenn kein Wasser verschluckt werde, bestehe bei gesunden Menschen keine konkrete Gesundheitsgefahr, hieß es in der Stellungnahme. Grundsätzlich schütze eine gute Händehygiene vor Infektionen. Ob die Brookbäke ein guter Ort zum Spielen sei, müsse dann jeder selbst entscheiden.

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