Firma Nordmann zieht sich zurück

Braugasthaus Wildeshausen: „Das Projekt ist noch nicht tot“

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Stark sanierungsbedürftig: die Villa Knagge.

Wildeshausen – Die Pläne der Firma Nordmann aus Wildeshausen, die denkmalgeschützte Villa Knagge an der Ahlhorner Straße in der Kreisstadt zu kaufen und zu einem Braugasthaus umzubauen, sind endgültig gescheitert. Das teilten die Geschäftsführer Fritz-Dieter Nordmann und Roland Damme am Montagnachmittag in einem Brief an alle Beteiligten mit. Als wesentlichen Grund nennen die beiden Geschäftsleute, dass die gesetzlich erlaubten Öffnungszeiten „leider deutliche Einschränkungen im Außenbereich“ vorsehen. „Immer wärmer werdende Sommermonate, lange warme Nächte, aber auch ein generell verändertes Ausgehverhalten verlangen jedoch danach, dass solche Gastronomieobjekte bis mindestens 24 Uhr auf den Außenflächen geöffnet bleiben können. Das war auch immer unsere Vorgabe“, heißt es in dem Schreiben.

Update, 16.30 Uhr: Der Landkreis Oldenburg, dessen Bauamt sich mit der Genehmigung befasst, gibt das Projekt Braugasthaus noch nicht verloren. Landrat Carsten Harings macht deutlich, dass die Verwaltung ein großes Interesse daran hat, einen gangbaren Weg zu finden. „Es geht darum, einen rechtssicheren Stand für den Investor zu erreichen“, so Landkreis-Pressesprecher Oliver Galeotti. Deswegen sei zeitnah ein Termin vereinbart worden, um mit allen Beteiligten die Möglichkeiten für eine Einigung auszuloten. „Das Projekt ist noch nicht tot“, so Galeotti.

Update, 15.10 Uhr: Die Stiftung Johanneum und die Kirchengemeinde St. Peter Wildeshausen bedauern die neueste Entwicklung hinsichtlich der Realisation eines Braugasthauses in der Villa Knagge. Alle Akteure waren bisher vom Gelingen dieses einzigartigen Projektes überzeugt und haben bislang auch gemeinsam alle Stolpersteine ausgeräumt. Wir setzen darauf, dass die Entscheidungsträger einen geeigneten Weg in punkto Öffnungszeiten finden, der den Betrieb eines Braugasthauses für den Investor doch noch ermöglicht.

Update, 14.30 Uhr: Die Firma Nordmann hat zwar mitgeteilt, dass sie das Projekt Braugasthaus nicht weiter verfolgen wird. Auf Nachfrage unserer Zeitung signalisierte Geschäftsführer Ronald Damme jedoch, dass man weiterhin auf kreative Ansätze hofft. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte er am Dienstag. „Wenn es nicht klappt, wäre das ein Trauerspiel“, so Damme. Es sei nicht wirtschaftlich, nur bis 23 Uhr Außengastronomie zu betreiben. Dann müsse man nämlich schon eine halbe Stunde vorher das letzte Bier zapfen, damit alle Gäste rechtzeitig den Biergarten verlassen hätten. 

Intensiv an Lösungen gearbeitet

Originalmeldung von 9.15 Uhr: Nordmann und Damme verweisen darauf, dass in den Gesprächen der vergangenen Monate intensiv von allen Beteiligten an Lösungen gearbeitet wurde, die die Realisierung eines Braugasthauses möglich machen. „Dabei konnten viele Hürden beseitigt werden und wurden Lösungen gefunden“, schreiben sie. Um aber ein Braugasthaus mit den dazugehörigen Investitionen wirtschaftlich betreiben zu können, sei es notwendig, keine wesentlichen Einschränkungen hinsichtlich der zugelassenen Öffnungszeiten im Außenbereich zu haben.

Zukunft der Villa ungewiss

Wie es nun mit der vom Verfall bedrohten Villa Knagge im Besitz der Stiftung Johanneum weitergeht, steht in den Sternen. „Der Erhalt der Villa Knagge und das Etablieren eines einzigartigen Braugasthauses mit Brauerei für die Stadt Wildeshausen ist für uns zur Herzensangelegenheit geworden“, betonen Nordmann und Damme. „Diesen Erhalt können wir aber nur verwirklichen, wenn auf dem Areal der Villa ein Braugasthaus mit den oben beschriebenen Rahmenbedingungen errichtet werden kann. Nach aktuellen Kenntnisstand aus den jüngsten Gesprächen zwischen Landkreis Oldenburg, Stadt Wildeshausen und uns ist diese Umsetzung nicht möglich.“

Bereits viel Geld investiert

Laut Nordmann haben alle Beteiligten bereits erhebliche Investitionen in die Realisierung des Projektes getätigt. „Sollten sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Umstände noch positiv verändern lassen, stehen wir für das Projekt selbstverständlich weiter zur Verfügung“, schreibt die Firma. „Wir hoffen, dass es für das Areal der Villa Knagge eine sinnvolle Alternative zum Erhalt gibt.“

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