Kegelklub „Neuntödter“ feiert sein 120-jähriges Bestehen

„Urdeutsche Gemütlichkeit“

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Bester Laune zeigten sich die Mitglieder des Kegelklubs „Neuntödter“ auf der Kegelbahn.

Wildeshausen - Von Christin Rollié. Der Wildeshauser Kegelklub „Neuntödter“ hat am Dienstag mit einem lachenden und einem weinenden Auge sein 120-jähriges Bestehen im Restaurant Wolters in der Kreisstadt gefeiert. Das weinende erklärt sich damit, dass Barbara Wolters zum Jahresende die Türen endgültig schließt.

Aber von vorne: Am 10. Dezember 1895 trafen sich sieben Männer in der Gastwirtschaft Kolloge. Alle waren der Meinung „Kegelsport und Geselligkeit gehören zusammen“. Und so gründeten sie an diesem Tag den Kegelklub „Neuntödter“.

Um Meinungsverschiedenheiten vorzubeugen, wurden Statuten aufgesetzt und unterschrieben. Diese alten handschriftlichen Papiere haben die heutigen Kegelbrüder liebevoll in Gold einfassen lassen, und sie leben die dort festgehaltene Tradition. Paragraph 1: „Zweck des Vereins ist, nach urdeutscher Gemütlichkeit bei einem Glase Bier die edle Kunst des Kegelschiebens zu üben“. Paragraph 5 benennt die damaligen Klubgründer, Paragraph 11 hält fest, dass im Fall einer Auflösung des Klubs das vorhandene Vermögen für wohltätige Zwecke verwendet wird, und Paragraph 4 regelt die Besetzung des Vorstandes.

Derzeitiger Präsident der „Neuntödter“ ist Jochen Siems, der schon seit 1970 beim „Kegelschieben“ dabei ist und den besonderen Kegelabend mit Schwung und einer Reise in die Vergangenheit eröffnete: „Wir sind in den Jahren, in denen wir uns getroffen haben, nicht nur Kegelbrüder, sondern auch sehr gute Freunde geworden. Der eine hilft dem anderen. Und auch wenn wir mal laut diskutieren, ändert sich daran nichts.“

Siems ist mit 45 aktiven Jahren der Dienstälteste. Zu den Alt-Keglern gehören ferner Ernst Frost (44 Jahre), Otto Flege (42) und Egon Eilks mit 40 Jahren. „Junior-Kegler“ sind Jürgen Koch und Helmut Ostendorf, die gerade neun und fünf Jahre dabei sind. Dieter Hellbusch, Peter „Tüt“ Stegemann, Manfred Heinrichs, Heino Poppe, Udo Apeler und Udo Leibscher komplettieren das „Dreamteam“.

Auch der verstorbenen Klubmitglieder wurde gedacht: Ludwig Köppel, Heinz Haase, Heinz Wümmer und Fidi Gebken. „Nicht zu vergessen Edo Hakemann, der so viel für uns gemacht hat“, so Siems.

Zweimal im Jahr gehen die Männer auf Reisen. Eine nationale und eine internationale Tour stehen auf dem Programm. Organisation und Reiseleitung übernimmt der jeweilige Festausschuss. Mallorca, Ibiza, aber auch Helsinki, Stockholm und Wien wurden schon besichtigt. Wohin es 2016 geht, wurde später am Abend hinter verschlossenen Türen besprochen.

Beschlossen wurde auch, dass die Wahl des Vorstandes geheim über die Bühne geht. Interessanterweise wird aber schon seit 15 Jahren Siems als alter und neuer Präsident gefeiert.

„Damals war die Kegelbahn der Garten des Geschäftshauses Benecke. Rechts, wo jetzt das Schuhhaus Melcher ist“, erzählte Vizepräsident Hellbusch. „Und jetzt sind wir schon seit 37 Jahren hier im Restaurant Wolters.“ Das dieser Abend einer der letzten Kegelabende im Restaurant war, trübte die Stimmung kurzzeitig. „Der gute Geist ist Barbara Wolters“, war die einstimmige Meinung. Wer aber dachte, mit dem Ende von Wolters ist auch das Ende der „Neuntödter“ eingeleitet, der irrte. Im kommenden Jahr geht es im „Wildeshauser Hof“ weiter. Allerdings nicht mit dem traditionellen Kegeln, sondern mit einem etwas abgewandelten Spiel.

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