Stadt schreibt Fundtierverträge aus, die Tierschutzgruppe bekommt sie nicht

Kaum positive Signale für Tierhaus

Pachtvertrag liegt vor: Die Tierschützer wollen diesen ehemaligen Schweinestall umbauen. Archivfoto: dr
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Pachtvertrag liegt vor: Die Tierschützer wollen diesen ehemaligen Schweinestall umbauen. Archivfoto: dr

Wildeshausen – Die Tierschutzgruppe (TSG) Oldenburg Land hat ein großes Interesse daran, in Hanstedt (Landgemeinde Wildeshausen) ein Tierhaus für rund 40 Katzen sowie bis zu 30 Nager zu betreiben. Dazu benötigt sie die finanzielle Unterstützung sowie Fundtierverträge mit der Stadt Wildeshausen und weiteren Gemeinden.

So schnell wird das aber nichts, wie sich im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Familie der Stadt Wildeshausen zeigte. Nach Angaben von Ralf Wübbeler vom Ordnungsamt sind die meisten Kommunen im Landkreis Oldenburg vertraglich an das private Tierheim in Bergedorf (Gemeinde Ganderkesee) gebunden und haben zum Teil ihre Verträge vor Kurzem gerade erst erneuert. „Zudem“, so Bürgermeister Jens Kuraschinski in seiner Einschätzung, „ist bei den anderen Kommunen eine deutliche Zurückhaltung zu spüren“, wieder mit der Tierschutzgruppe zusammenzuarbeiten.

Möglicherweise auch deshalb, weil derzeit niemand genau sagen kann, wann ein Tierhaus zur Verfügung stehen könnte. Das, so die Vorsitzende der Tierschutzgruppe, Anne Grafe-Weibrecht, könne nur erbaut werden, wenn unter anderem ein Zuschuss der Stadt Wildeshausen von mindestens 35 000 Euro bewilligt wird. „Dann beteiligt sich auch der Deutsche Tierschutzbund mit dieser Summe“, so Grafe-Wei-brecht. Man hoffe, die Baukosten in Höhe von 183 500 Euro durch Spenden sowie private Darlehen hereinzubekommen. Die Tierschützer selbst könnten 50 000 Euro beisteuern.

Fundtierverträge werden zunächst für zwei Jahre ausgeschrieben

Ein Umbau des Stalls in Hanstedt ist erst möglich, wenn es Zusagen für Fundtierverträge gibt. Die Stadt Wildeshausen wird nun erst einmal neue Verträge mit einer Laufzeit von zwei Jahren ab dem 1. Juli ausschreiben, für die sich die Tierschützer nicht bewerben können, weil es bislang ja nur eine Projekt-idee sowie die Baugenehmigung des Landkreises Oldenburg gibt. Da hilft es auch nicht viel, dass die Stadtverwaltung, entsprechend dem Antrag der SPD-Fraktion, den Verein bei der Errichtung eines Tierheimes unterstützen soll.

Aus der Politik waren einige Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Tierhauses zu hören. Klaus Schultze (Grüne) lobte zwar das jahrzehntelange Engagement der Ehrenamtlichen, wollte aber wissen, ob die Investition von 190 000 Euro in den alten Stall lohne. Zudem fragte er, was die Tierschützer zu tun gedenken, wenn Zahlungsunfähigkeit eintrete. „Unsere Kalkulation funktioniert“, entgegnete Grafe-Weibrecht. „Das hat früher schon geklappt.“

„Aber was passiert, wenn ihre Gruppe bei den Fundtierverträgen nicht zum Zuge kommt?“, fragte Schultze. „Dann können wir nicht bauen“, antwortete die Tierschützerin.

Ehrenamtliche bieten auch Überwachung der Kastrationspflicht an

Laut der Kalkulation rechnet die TSG jährlich mit einer Fundtiererstattung aus Wildeshausen in Höhe von 57 500 Euro, Einnahmen durch die Katzenpension von 10 500 Euro (bei guter Auslastung: 24 300 Euro), Geld aus der Tiervermittlung in Höhe von 3 500 Euro, selbst erwirtschafteten Beträgen von 15 000 Euro sowie Mitgliedsbeiträgen von rund 5 000 Euro. Die Ehrenamtlichen bieten neben der reinen Fundtierbetreuung auch die Überwachung der Kastrationspflicht in der Stadt sowie das Einfangen von frei lebenden Hauskatzen und die Kastration der Tiere an.

„Wildeshausen braucht ein eigenes Tierheim“, fand Evelyn Goosmann (SPD). „Wir kommen der Realisierung immer näher, nach langen schwierigen Jahren. So weit waren wir noch nie.“ Angesichts der klaren Aussage des Bürgermeisters, dass man im Ausschuss aber jetzt gar nicht über die Ausschreibung von Fundtierverträgen beraten könne und wolle, war zu ahnen, dass der Weg zu einem Wildeshauser Tierhaus noch sehr lang werden kann.  dr

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