Stadt: Verbotsschilder haben sich bewährt / Initiative erstattet weiter Anzeigen

Kaum Konflikte auf der Kaiserstraße

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Die Kaiserstraße wurde von vielen Lastwagen befahren. Foto: dr

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Der Schwerlastverkehr auf der Kaiserstraße in Wildeshausen hat deutlich abgenommen, nachdem in den Zufahrtsbereichen Verbotsschilder aufgestellt wurden. Während die Stadtverwaltung darin den entscheidenden Grund für die Entlastung sieht, ist Ulrich Stolle von der Anwohnerinitiative davon überzeugt, dass es vielmehr die Kombination aus der Beschilderung und der Praxis der Anwohner, konsequent Anzeigen zu erstatten, war, die den Schwerlastverkehr weitgehend von der Straße verbannt hat. „Gut ist auf jeden Fall, dass durch die neuen Schilder mit dem Durchfahrtsverbot die Anzeigen konsequenter verfolgt werden können“, sagt er.

Nachdem die Anwohner der Kaiserstraße viele Jahre über die massive Belastung durch Linienbusse, Trecker sowie Lastwagen geklagt hatten, hatte der Rat der Stadt Wildeshausen in seiner Sitzung am 21. Dezember 2017 die Umsetzung verschiedener Maßnahmen für die Kaiser- und Wittekindstraße sowie die erneute Vorlage der Thematik in den städtischen Gremien ein Jahr nach der Umsetzung beschlossen.

„Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern wurde Ende Januar 2018 vom städtischen Bauhof beschildert“, so Bürgermeister Jens Kuraschinski in einer ersten Bilanz vor wenigen Tagen. „Die Beschilderung des Fahrverbotes für Laster und Busse aus nördlicher Richtung ab Wittekindstraße sowie aus südlicher Richtung (Pestruper Straße, ausgenommen Lieferverkehr) erfolgte am 27. März 2018.“

Bei einer Zählung des Schwerlastverkehrs in unzulässiger Fahrtrichtung Anfang September seien in acht Stunden an fünf verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten lediglich vier Laster ermittelt worden, die die Kaiserstraße verkehrswidrig in Richtung Süden befahren hatten.

Dass es eine deutliche Entlastung gegeben hat, bestätigt auch Stolle. „Wir sind der Stadt dafür sehr dankbar“, betont er. „Die Lebensqualität hat sich in der Nachbarschaft deutlich verbessert.“ Allerdings ermittle die Initiative noch immer täglich bis zu sieben Lastwagen, die unerlaubterweise auf der Straße unterwegs seien. Das führe zu 60 bis 70 Anzeigen pro Monat. Mit dieser Zahl habe man wohl das Optimum erreicht, müsse aber voraussichtlich weiter auf Fehlverhalten achten, so Stolle. Schließlich habe es ursprünglich bis zu 300 Anzeigen im Monat gegeben.

Ganz wichtig ist den Anwohnern, dass die Lärmbelastung deutlich zurückgegangen ist. Das führt Stolle sowohl auf den geringeren Schwerlastverkehr als auch auf modernere Busse zurück, die sein Haus passieren. Ärgerlich ist seinen Angaben zufolge allerdings, dass viele Autofahrer deutlich zu schnell auf der Straße unterwegs sind. An Tempo 30 halte sich kaum jemand. „Eher bis zu 70 Stundenkilometer“, schätzt Stolle. „Die Fahrer biegen auf die Straße ein und können dann gut beschleunigen, weil die Strecke gerade und gut einsehbar ist.“

Zu mehr Unfällen kommt es allerdings dadurch wohl nicht. Eine Auswertung des Geschehens von Januar bis Dezember 2018 ergab nach Auskunft der Stadtverwaltung keine Auffälligkeiten. Es kam laut Statistik in dieser Zeit zu vier Verkehrsunfällen. Dabei gab es aber keine Beteiligung von Lastwagen, zudem waren die Unfälle nicht auf Geschwindigkeitsverstöße zurückzuführen.

„Aus Sicht der Verwaltung haben sich die umgesetzten Maßnahmen bewährt. Sofern seitens der Politik ein weiterer Beratungsbedarf für die Angelegenheit gesehen werde, soll sie dementsprechend Anträge stellen“, bilanzierte Kuraschinski. Er kündigte zudem an, dass es noch eine weitere Zählung geben wird.

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