Thema Verkehr: Handels- und Gewerbeverein sperrt sich nicht gegen Veränderungen

Kaufleute verlangen sachliche Diskussion

Der Vorstand des Handels- und Gewerbevereins: Tom Lagerpusch, Peter Gebhardt, Andreas Hauth, Martina Schienerer, Stefan Gerdes, Johannes Lenzschau und Jürgen Poppe (von links). Auf dem Bild fehlen Frank Stauga, Bernhard Block, Volker Pickart, Claus Boving und Christian Harting. Foto: HGV

Wildeshausen – Mit scharfen Worten kritisiert der Vorsitzende des Wildeshauser Handels- und Gewerbevereins (HGV), Johannes Lenzschau, dass zurzeit öffentlich über die Verkehrssituation in der Innenstadt diskutiert wird. „Sehr zu unserem Leidwesen wird von jetzt auf gleich hektisch in diesem hochsensiblen Thema rumgerührt“, sagte er während der Generalversammlung des HGV am Donnerstagabend im „Alten Amtshaus“.

Lenzschau wünscht sich, dass Ideen zum Straßenverkehr erst einmal in Ruhe mit allen Vertretern auch der Parteien besprochen werden. Dabei gehe es nicht um Hintergrundgespräche, sondern darum, mit den Planern zu diskutieren und gemeinsam die bestmöglichen Ergebnisse für alle Interessengruppen zu erzielen. „Wir als HGV sprechen zuerst mit der Verwaltung und den zuständigen Gremien, um unsere Wünsche, Nöte und Gedanken hier einzubringen.“ Das sei auch so von der Stadtplanung gewünscht und mit der Verwaltung vereinbart worden. „Leider mussten wir gerade vergangene Woche feststellen, dass sich die andere Seite an die von ihr selbst geäußerte Bitte nicht gehalten hat und mit ihren nicht weiter diskutierten Ideen an die Öffentlichkeit gegangen ist. Keine Frage – darüber sind wir enttäuscht. Die Vereinbarung hat nicht mal 14 Tage gehalten.“ Unsere Zeitung hatte über nicht öffentliche Pläne der Stadtverwaltung berichtet, alle Parkplätze in der Innenstadt innerhalb des Walls, also auch auf dem Gildeplatz, der mit Schranke gesichert werden würde, kostenpflichtig zu machen. Geplant ist offenbar auch, mehr Einbahnstraßen auszuweisen, um den Verkehr zu lenken.

Bei aller Kritik am Verlauf der Diskussion sperrt sich Lenzschau allerdings keineswegs grundsätzlich gegen Veränderungen, wie seiner Rede zu entnehmen ist. „Wir haben viele Ideen zur Gestaltung einer offenen Stadt mit gleichberechtigten Verkehrsteilnehmern – mit Rad, mit Auto oder als Fußgänger – und freuen uns auf Diskussionen über sinnvolle Verkehrsführung, verbesserte Sicherheit, Parkleitsysteme et cetera.“

Auf der einen Seite verweist der Vorsitzende des HGV auf das „Erfolgsmodell Wildeshausen“. Mit der Umgestaltung der Innenstadt sei vor Jahren anscheinend vieles richtig gemacht worden. „Wildeshausen steht im Vergleich zu anderen Kommunen in der gleichen Größenordnung sehr gut da – und bis heute werden wir von anderen Städten besucht.“

Auf der anderen Seite sieht Lenzschau Handlungsbedarf. „Jedes Modell kommt in die Jahre und muss den neuen Gegebenheiten angepasst werden – sehr gerne werden wir an diesem Masterprojekt mitarbeiten. Wir werden in der gewohnten Verlässlichkeit ein Verkehrskonzept vorstellen, dass Wildeshausen und das Umland weiterbringt – und nicht nur einzelne Interessengruppen oder den, der am lautesten schreit“, sagte Lenzschau.

Weiteres Thema des HGV ist das Industrie- und Gewerbegebiet Wildeshausen-West. Dessen Entwicklung werde „soweit es uns möglich ist gepusht“, betonte Lenzschau. Das Areal sei unheimlich wichtig für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in Wildeshausen – und ja auch sehr interessant für die Nachnutzung der Flächen in der Stadt sowie die Herausnahme und Verlagerung von innerstädtischem Autoverkehr. Während der Versammlung wurde auch über den Vorstand des HGV abgestimmt, der einmütig wiedergewählt wurde.  bor

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