Fraktionsloser Bewerber fühlt sich von Bürgern ermutigt

Karl Schulze Temming-Hanhoff tritt erneut für Stadtrat an

Karl Schulze Temming-Hanhoff.
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Karl Schulze Temming-Hanhoff.

Wildeshausen – Der partei- und fraktionslose Wildeshauser Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff möchte es noch einmal wissen: Der 83-jährige Oberstleutnant a.D. tritt erneut zur Kommunalwahl in der Kreisstadt an und möchte wieder als Einzelbewerber in den Stadtrat einziehen.

Eigentlich hatte der Wildeshauser geplant, nicht erneut zu kandidieren, weil er sich von der Stadtverwaltung in seiner kritischen politischen Arbeit nicht gewertschätzt und sogar behindert fühlt. Zudem wünscht er sich, dass Jüngere in den Rat einziehen sollen. Doch seinen Angaben zufolge wurde er so oft von Bürgern angesprochen, dass er wieder kandidieren soll, dass er es sich nun anders überlegt hat.

Der endgültige Entschluss reifte bei Temming-Hanhoff nach der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt in der vergangenen Woche, als seine schriftlichen Anfragen erneut nicht beantwortet wurden. Schon in einem Schreiben vom 26. März hatte die Stadtverwaltung den Ratsherrn darauf hingewiesen, dass sie einige Anfragen als „missbräuchlich“ bewertet und deshalb zurückweist. „Ich will der Verwaltung nicht den Triumph gönnen, mich mundtot zu machen und auszuschalten“, sagt Temming-Hanhoff, der bei der vergangenen Wahl als Einzelbewerber 681 Stimmen erhielt. Der 83-Jährige hofft erneut auf so viele Stimmen, sagt aber: „Wenn ich dann nicht gewählt werde, ist es auch in Ordnung.“ Sein Ziel sei es immer gewesen, die Bürger zu vertreten. Diese hätten sich oft direkt an ihn gewandt.

1972 als Soldat nach Wildeshausen gekommen

Einen großen Wahlkampf will Temming-Hanhoff nicht machen. Der 1972 als Soldat nach Wildeshausen gekommene Kommunalpolitiker, der 1983 Gildekönig wurde, hatte sich schon in den 1980er-Jahren für die CDU als Ratsherr beworben. Er war mehrmals als Nachrücker nominiert, zog aber nicht in den Rat ein. Im Jahr 2001 kam es zum Bruch mit der CDU, weil er in manchen Fragen anderer Meinung war wie die Partei. So kandidierte Temming-Hanhoff ab 2001 als Parteiloser auf der Liste der SPD und wurde gewählt. Auch in den Jahren 2006 und 2011 zog er so in den Rat ein. Im Jahr 2014 wurde der Politiker jedoch aus der SPD-Fraktion ausgeschlossen, weil es Meinungsverschiedenheiten mit den Sozialdemokraten zur Umbenennung der Bürgermeister-Petermann-Straße gab. Petermann war in der Zeit des Nationalsozialismus Bürgermeister der Stadt Wildeshausen gewesen.

Temming-Hanhoff blieb fraktionslos im Stadtrat und kandidierte 2016 erstmals als Einzelbewerber. „Da habe ich fast dreimal so viele Stimmen erhalten wie über die Liste der SPD“, erinnert er sich. Auch wenn er als unbequem gelte, würden die Bürger seine Arbeit ganz offensichtlich schätzen.

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