Tanz, Sport und Fitness: Training für Mütter mit ihren Babys

„Kanga-Mamas“ für Wildeshausen gesucht

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Die Kanga-Erfinderin Nicole Pascher (vorne) wollte Müttern ein Grundlagenausdauertraining zusammen mit ihren Babys ermöglichen. Die Frauen haben ihre Kinder dabei in Tragehilfen am Bauch liegen.

Wildeshausen - Von Alina Pleuß. Der 15 Monate alte Leon hört das Herz seiner Mama ganz dicht an seinem Ohr pochen. Mit den Füßen wippt er zur Musik mit und ruft immer wieder: „Ja!“ Der Kleine nimmt an dem Kanga-Training seiner Mutter Vanessa Kazlauskas in Wildeshausen teil. Das Tragetuch spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Was ist Kanga? „Das fragen sich erstmal die meisten“, erzählt die Bassumerin und lacht. „Das ist ein Grundlagenausdauertraining, das sowohl Sport als auch Tanz und Fitness zusammen mit dem Baby vereint.“ Denn das befindet sich während des Trainings in einer Tragehilfe am Bauch der Mutter. „Nach der Schwangerschaft habe ich nach etwas gesucht, was ich mit meinem Kind zusammen machen kann. Und so hat man Bewegung und ist seinem Kind ganz nah“, so Kazlauskas.

Zunächst nahm sie ab September vergangenen Jahres als „Kanga-Mama“ an einem Kurs bei Trainerin Jessica Aufderheide in Syke teil. „Ich habe es ab der ersten Stunde geliebt und mir dann im April eine Info-Mappe für die Ausbildung zur Trainerin mitgenommen“, erklärt Kazlauskas. Im Juni besuchte sie das einzige existierende Ausbildungszentrum in Wien. „Die Gründerin Nicole Pascher bildet jede neue Trainerin selbst aus. Das macht sie, um die Qualität zu wahren“, so die Bassumerin. 

Nur drei Teilnehmerinnen in Wildeshausen

Nach einer Woche intensiver Ausbildung ging es für die drei zu absolvierenden Prüfungen wieder nach Hause. Ein schriftlicher Test per Computer beinhaltet 60 Fragen, die in 90 Minuten beantwortet werden müssen. Für den zweiten und somit praktischen Teil musste Kazlauskas ein Video drehen. Die letzte Prüfung thematisierte das „gesunde Tragen“ der Babys, um die Hüften der Mütter nicht zu schädigen. Seit August gibt sie nun selber Kurse in der Mutter-Kind-Sportart.

In Wildeshausen fanden sich zu Kazlauskas Bedauern nur drei Teilnehmerinnen zusammen. „Diese Art des Trainings ist einfach noch nicht bekannt genug“, erklärt sie. Am Dienstag, 9. Januar, gibt sie im Fitnesscenter Wildeshausen an der Daimlerstraße 9 ab 9 Uhr eine Schnupperstunde. Danach startet sie erneut einen achtwöchigen Kurs.

Tanz, Ausdauertraining und Muskelkräftigungen

Kanga beinhaltet neben Tanzen auch muskuläres Ausdauertraining, Muskelkräftigungen sowie Workouts und Bodenübungen. Bei Letzterem liegen die Mütter mit den Kindern auf den Matten und praktizieren Übungen zur Stärkung des Rückens sowie „Fahrradfahren“ mit den Beinen und „Side-Planks“. „Wir trainieren dabei nur die seitliche Bauchmuskulatur und nicht die gerade. Bei jeder Schwangerschaft entsteht ein Spalt in der vorderen Muskulatur, der würde sonst nur größer werden“, so Kazlauskas.

Es gibt auch Richtlinien an die man sich halten muss: „Das Training ist erst sechs bis acht Wochen nach einer normalen Entbindung und zehn bis zwölf Wochen nach einem Kaiserschnitt möglich.“ Außerdem sollte der Frauenarzt nach dem Postnatalen Check das „Okay“ für das Training gegeben haben. Beim Training werden zudem keine kompletten Drehungen gemacht, und es wird nicht gehüpft. „Das dient der Sicherheit des Kindes.“

Der soziale Aspekt spiele laut der Trainerin außerdem eine besondere Rolle: „Nach der Kanga-Stunde ziehen wir die Kinder zusammen um und haben Zeit uns über vieles auszutauschen“, erklärt Kazlauskas. „Das ist gerade für die Frauen, die das erste Mal Mutter geworden sind, sehr hilfreich.“ Interessierte Mütter können sich bei Kazlauskas unter der Nummer 01629339679 oder per E-Mail an vanessa.k@kangatraining.de informieren oder für den Kanga-Kurs anmelden. Tragehilfen und Stulpen für die Babys werden vor Ort geliehen.

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