Investor möchte zwei Anlagen in Aldrup erweitern und kündigt Aktivitäten an

Kampf mit Windmühlenflügeln in Wildeshausen

Die beiden Windräder hinter dem Werk von Agrarfrost.
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Repowering geplant, aber nicht genehmigt: Die beiden Windräder dürfen nicht gegen modernere Anlagen ausgetauscht werden.

Aldrup – Die Planungen der Jade Windpark Aldrup Gesellschaft (JWP), auf einem Standort unmittelbar neben dem Werk von Agrarfrost in der Wildeshauser Landgemeinde zwei Windenergieanlagen zu repowern, sind noch nicht zu den Akten gelegt.

Wie berichtet, gibt es seit fünf Jahren den Versuch, die beiden bestehenden Anlagen durch leistungsfähigere zu ersetzen. Die von den Fachausschüssen empfohlene Änderung des Bebauungsplanes wurde jedoch mehrmals durch den nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss der Stadt Wildeshausen gestoppt.

Doch Jan Holst, Geschäftsführer von JWP, gibt nicht auf. „Wir prüfen weitere Schritte“, kündigt er im Gespräch mit unserer Zeitung an. Wie diese aussehen sollen, wollte er nicht sagen. Nach derzeitiger Lage bleiben dem Investor jedoch eigentlich nur rechtliche Schritte, wenn es nicht doch zu einer gütlichen Einigung zwischen den beteiligten Parteien kommt.

Alte Anlagen stehen seit dem Jahr 2003

Die beiden Windräder stehen seit dem Jahr 2003 auf der Fläche von benachbarten Aldruper Landwirten. Sie haben eine Leistung von je 1,3 Megawatt und sollen durch deutlich leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden. Weil diese jedoch mit der geplanten Nabenhöhe von bis zu 119 Metern, einem Rotordurchmesser von bis zu 122 Metern und einer Gesamthöhe von bis zu 180 Metern größer sind, als es der derzeitige Bebauungsplan zulässt, müssen die Vorgaben geändert werden. Die neuen Anlagen sollen eine Gesamtleistung von 6,8 Megawatt erbringen. Das entspricht etwa 18 Millionen Kilowattstunden im Jahr: Damit könnten rund 3 600 Vier-Personen-Haushalte mit Ökostrom versorgt und etwa 11 000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden.

Mittlerweile ist die JWP alleiniger Investor, nachdem ein dänischer Partner aus dem Geschäft ausgestiegen ist. Laut Holst ist das Repowering auch nach den neusten gesetzlichen Regelungen noch rentabel. Die Stadt Wildeshausen könnte zudem mit bis zu 2,1 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen in der geplanten Laufzeit von 20 Jahren rechnen.

Investor wundert sich über Schwierigkeiten

„Ich habe bisher noch kein Projekt gehabt, das so schwer umzusetzen ist“, sagt Holst. Dabei hatte sich der Fachausschuss der Stadt Wildeshausen zunächst im Jahr 2015 einstimmig für die Umsetzung des Repowerings eingesetzt. Anschließend gab es aber zunehmend Widerstände. Manche Politiker von CDU und SPD befürchteten, dass die neuen Anlagen zu nahe am Agrarfrost-Betriebsgelände liegen. Eine Anlage könnte bei einer Havarie auf das Werk stürzen.

Dieses Szenario wurde jedoch vom Planer zurückgewiesen. „Wir haben die südlich gelegene Anlage sogar noch ein Stück nach Südosten verlegt, damit keine Gefahr besteht“, sagt Holst. Die Windräder dürften den Betrieb zudem nicht durch Schattenwurf stören. Auch die Schallkontingente verbesserten sich durch die modernen Anlagen.

Argument: Schutz für Agrarfrost

Dennoch beschloss der Verwaltungsausschuss im Jahr 2018 und dann noch einmal im Jahr 2020, die Planungen zum Windpark Aldrup einzustellen. Das Argument lautete, dass sich der kartoffelverarbeitende Großbetrieb nicht mehr wie geplant erweitern könne.

Das Aldruper Unternehmen verfügt nur noch über beschränkte Erweiterungsflächen und müsste bei einer weiteren Expansion Grundstücke der Landwirte erwerben, die ihr Land für die Windenergieanlagen verpachtet haben. Allerdings hat das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Gebäudekomplex mit 5 000 Quadratmetern neu errichtet.

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