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Doppelter Kampf gegen Schottergärten in Wildeshausen

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Von: Dierk Rohdenburg, Ove Bornholt

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Schottergärten stehen in der Kritik.
Schottergärten stehen in der Kritik. © dpa

Gleich zwei Initiativen versuchen jetzt, etwas gegen Schottergärten in Wildeshausen zu unternehmen: ein Privatmann und die UWG-Fraktion.

Wildeshausen – Sie sind überall zu sehen, oft gerade in Neubaugebieten wie der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme in Wildeshausen: Schotter- und Kiesgärten. Was manch einer schön findet, stößt insbesondere Naturschützern sauer auf, weil sich in diesen Gärten keine Lebensgrundlage für Insekten findet und das Regenwasser nicht im Boden versickern kann.

Nun gibt es offenbar unabhängig voneinander zwei Versuche, etwas gegen Schottergärten zu unternehmen: von einem Privatmann und der UWG-Fraktion im Stadtrat.

Der Wildeshauser Bürger und ehemalige Vorsitzende der Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen, Christian Hannig, hat sich an das Umweltministerium in Niedersachsen gewandt, um den Missstand anzuprangern. Er weist in seinem Brief darauf hin, dass nicht überbaute Flächen von Baugrundstücken laut Bauordnung Grünflächen sein müssen, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind.

„Selbstredend sind hierunter Zuwegungen, Terrassen, Parkplätze und Ähnliches zu verstehen. Sogenannte Schottergärten sind jedoch nicht erlaubt“ schreibt er. Verstöße gegen die Bauordnung seien in Wildeshausen jedoch seit Jahren „Schotter-Alltag“. Die hiesige Verwaltung, zuständig wäre die Bauaufsicht des Landkreises, übe sich jedoch in stiller Duldung der Missachtung der Rechtsgrundlage.

Landkreis setzt auf Einsicht der Bürger

Dass der Landkreis Oldenburg bislang an keiner Stelle eingeschritten ist, bestätigt Baudezernentin Eva-Maria Langfermann. „Wir sehen den Weg über die Beratung und Umweltbildung als einen verträglicheren und nachhaltigeren Weg an“, betont sie und verweist auf viele Aktionen, die der Landkreis und die Naturschutzstiftung unter anderem mit dem Naturschutzbund oder dem Regionalen Umweltbildungszentrum in Hollen gestartet haben. Hier gehe es darum, die Menschen davon zu überzeugen, in Gärten und Vorgärten Insekten möglichst viel Raum zu bieten, indem sie Blühmischungen und einheimische Pflanzen säen. „Wir legen jeder Baugenehmigung einen Flyer bei. Dort weisen wir darauf hin“, so Langfermann. Grundsätzlich halte sie nicht viel davon, einzelne Schottergärten hochzunehmen. „Oft sind es eher Bürger, die ihre Nachbarn auf die Missstände ansprechen und so Änderungen bewirken“, sagt sie.

Die Baudezernentin weist darauf hin, dass der Landkreis einen Ermessensspielraum hat, was das Ahnden von Schottergärten betrifft. Sie halte es deshalb für angebracht, bei dringenderen Missständen aktiv zu werden, so Langfermann. Wichtig finde sie es zudem, die Bürger positiv zu bestärken. Als Beispiel nennt sie die vielen blühenden Verkehrsinseln in der Stadt Wildeshausen. „Das macht Lust auf Blühflächen“, sagt sie.

UWG stellt fünf Forderungen

Die UWG-Fraktion im Wildeshauser Stadtrat hat sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt. Am Mittwoch ging ein entsprechender Antrag bei Bürgermeister Jens Kuraschinski ein. Darin fordert die UWG:

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