Jetzt der erste Fall vor Gericht 

Kaiserstraße: Lasterfahrer zahlen Strafe zumeist klaglos

Vorsicht: Dieser Lasterfahrer darf nur auf die Kaiserstraße abbiegen, wenn er einen Anlieger beliefert. - Fotos: dr

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Rund 60 Anzeigen hat die Bürgerinitiative Kaiserstraße in Wildeshausen seit August geschrieben, wenn Laster mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht die Verbindung zwischen Feldstraße und Wittekindstraße nutzten. Einige hundert Betroffene haben klaglos gezahlt, am Dienstag wurde das erste Mal ein Widerspruch gegen das Ordnungsgeld am Amtsgericht verhandelt.

Dabei wurde die schwierige Problematik deutlich, die dadurch entsteht, dass die Navigationsgeräte vieler Lastwagen die schnellste Verbindung über die Kaiserstraße ausweisen und nach Ansicht der Bürgerinitiative die Stadt das Durchfahrverbot nicht deutlich genug macht.

Vor der Richterin stand der Fahrerer eines 40-Tonners, der am 4. September um 18.34 Uhr von „Netto“ kommend die Kaiserstraße in Richtung Autobahnanschlussstelle Wildeshausen-Nord befuhr. Er sollte ein Ordnungsgeld in Höhe von 75 Euro zahlen. Die Verfehlung wurde unumwunden zugegeben, der Anwalt vertrat jedoch die Meinung, dass die Belieferung des „Netto“-Marktes als Anliegerverkehr gewertet werden könnte.

Das ist allerdings nicht der Fall, und dementsprechend wäre die Zahlung des Ordnungsgeldes fällig gewesen. Das Verfahren wurde dennoch eingestellt, mit der Maßgabe, dass die Lieferfirma im Wiederholungsfall mit Konsequenzen zu rechnen hat.

Vertreter der BI haben jedoch beobachtet, dass die Spedition mittlerweile den korrekten Weg über den Westring und die Visbeker Straße nimmt. Es geht ohnehin nicht darum, die Fahrer zu bestrafen, so ein Vertreter der BI. Vielmehr sollten die Massen an Lastern von der Kaiserstraße gehalten werden. Das scheint zu gelingen, denn derzeit werden nur noch rund zehn Anzeigen pro Woche geschrieben. „Die Zahl der Laster ist um 95 Prozent gesunken“, so ein Anwohner, der moniert, dass deutliche Schilder fehlen, die den Kraftfahrern das Verbot anzeigen. „Das Geschirr klappert bei uns in den Schränken“, hieß es. Zudem seien Kaiser- und Wittekindstraße nicht geeignet für den Begegnungsverkehr von großen Fahrzeugen. Die von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrsuntersuchung habe ergeben, dass es dringenden Handlungsbedarf im Sinne der Anwohner gibt. Bislang wurden aber noch keine Vorschläge vorgelegt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Beben auf Ischia: Verschüttete Kinder nach Stunden befreit

Beben auf Ischia: Verschüttete Kinder nach Stunden befreit

Tim Borowski: Seine Karriere in Bildern

Tim Borowski: Seine Karriere in Bildern

Erdbeben auf Ischia: Aus Trümmern befreite Kinder gesund - Elfjähriger rettete Bruder

Erdbeben auf Ischia: Aus Trümmern befreite Kinder gesund - Elfjähriger rettete Bruder

Auto in Aschenstedt von Zug erfasst

Auto in Aschenstedt von Zug erfasst

Meistgelesene Artikel

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Fieberhafte Suche nach Sexualstraftäter in Oldenburg

Fieberhafte Suche nach Sexualstraftäter in Oldenburg

Leichtes Erdbeben zwischen Syke und Wildeshausen

Leichtes Erdbeben zwischen Syke und Wildeshausen

50 Jahre Altenpflege aus Familienhand

50 Jahre Altenpflege aus Familienhand

Kommentare