Karin Sandkuhl betreibt in Hanstedt ein Café mit Esel, Ziegen und Ponys

Kaffee und Kuchen genießen, wo früher die Kühe standen

An der Hoftür grüßt ein Bild von Esel „Pico“.

Hanstedt - 30 Stühle, sieben Tische, ein Esel, drei Ponys und eine Ziege, jede Menge Heu, Landluft und eine gehörige Portion Gastfreundschaft. Das sind die Zutaten zum „Café Kuhstall“, das Karin Sandkuhl seit 13 Jahren in Hanstedt betreibt.

Normalerweise macht es Sinn, einen gastronomischen Betrieb im Herzen einer Stadt oder in der Nähe einer Sehenswürdigkeit anzusiedeln. Das kann Hanstedt am äußeren Zipfel der Landgemeinde Wildeshausens nicht bieten. Dort liegen ein paar Höfe, die Kleinenkneter Steine sind nicht ganz so weit weg, aber ansonsten warten keine Attraktionen auf den Besucher. Dennoch freut sich Sandkuhl fast jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr über Gäste – zumeist kommen sie aus Richtung Vechta oder sogar ganz aus Bremen in ihr Café. Vielleicht, weil die Kinder hier herumtollen und mit den Tieren spielen können. Vielleicht auch, weil der Gastraum mit alten englischen Möbeln sowie feinem Porzellangeschirr aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. „Bei mir dürfen die Jungen trampeln und die Mädchen kreischen“, sagt Sandkuhl (60), die auf die Hilfe ihrer Kinder Christoph (19) und Mareike (18) zählen kann.

Angefangen hat alles, als die Stallungen irgendwann leerstanden. Eine Freundin sagte zu Sandkuhl: „Mach doch eine Fun-Farm auf.“

„Das war der Auslöser“, erinnert sich die 60-Jährige. Den Plan zu realisieren, war dann aber gar nicht so leicht. Zunächst benötigte sie eine Nutzungsänderung, die sie beim Landkreis Oldenburg erkämpfen musste. Am dritten Adventswochenende 2005 war es dann soweit. Es kamen die ersten Gäste, und das Café entwickelte sich zum Geheimtipp. Über eine Berichterstattung in Bremer Zeitungen sprach es sich herum, dass es in Hanstedt viel Platz für Kinder und leckeren selbst gebackenen Kuchen gab. Seit 2008 betreibt Karin Sandkuhl das Café ohne ihren damaligen Mann Lothar, der krankheitsbedingt ausschied. „Ich kam gerade so über die Runden“, erinnert sie sich. Seit 2013 öffnet die kleine Gastronomie nur noch am Sonntag, weil sich der Aufwand sonst nicht mehr lohnt.

„Ich habe viel Besuch von älteren Leuten. Da setze ich mich gerne mit an den Tisch und schnacke auf Platt“, so Sandkuhl. Aber auch junge Familien sind bei ihr gern gesehene Gäste. So kommt der Kindergarten Schatzinsel jährlich zur Weihnachtsfeier.

„Mir macht das hier ganz viel Spaß“, nennt die Hanstedterin die Motivation, das Café zu öffnen. So stehen jeden Sonntag fünf selbst gebackene Torten auf dem Tisch, Haus- und Hoftorte ist die Stachelbeer-Baisertorte. Und wenn Gruppen Interesse haben, öffnet Sandkuhl auch zu jedem anderen Termin.

„Hier ist Platz für 30 Leute. Im Sommer gibt es auch draußen Frühstück“, wirbt sie für ihr Café, das nie genug abwerfen wird, damit eine Person davon leben kann. Aber es ist ein liebenswerter Anlaufpunkt mitten auf dem Land, wo die Besitzerin sagt: „Es ist schön, wenn die Gäste nach dem Besuch zufrieden sind.“ - dr

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