Gemeinde Hatten soll nicht zugeordnet werden

Justizministerin Havliza gibt Amtsgericht Bestandsgarantie

+
Kerstin Hogeback, Sabine Plate-Greupner, Ann-Katrin von der Heide, Barbara Havliza und Andreas Varnhorn (v.l.) vor dem Eingang des Amtsgerichtes in Wildeshausen.

Wildeshausen - „Das Wildeshauser Amtsgericht ist sehr gut aufgestellt“, betonte Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza am Montag im Rahmen ihres Antrittsbesuches. Während des Gespräches mit der Gerichtsleitung gab sie der Einrichtung eine Bestandsgarantie. Den Wunsch der Gemeinde Hatten, dem Wildeshauser Amtsgericht zugeteilt zu werden, lehnte sie jedoch ab: „Ich sehe den Nutzen darin nicht.“

„Es ist ja ein altes Thema“, so Havliza. Sie könne das Anliegen aus Hatten gut verstehen, doch eine Struktur- und Gebietsreform habe einige Konsequenzen, die sie von übergeordneter Stelle aus kritisch sehe. „Das hat Vorteile für diejenigen, die größer werden und Nachteile für die anderen“, erklärte sie. Unter anderem müssten die Notarzuschnitte geändert werden. Die Justizministerin verwies darauf, dass der Petitionsausschuss des Landtages die Eingabe der Gemeinde Hatten abgelehnt habe. „Ich sehe auch niemanden, der das jetzt weiter befeuert“, erklärte sie.

Das Amtsgericht Wildeshausen muss aber auch in Zukunft nicht um seinen Bestand fürchten. „Ich bin ein großer Freund von Justiz in der Fläche“, betonte Havliza. „Wir haben uns als Dienstleister zu verstehen.“ Man könne den Bürgern nicht zumuten, 100 Kilometer zu fahren, um eine Betreuung zu beantragen oder einen Erbschein abzuholen. Auch im Bereich der Jugendgerichtsbarkeit sei es sinnvoll, seine „Pappenheimer“ zu kennen. Das sei nicht so gut möglich, wenn der Amtsgerichtsbezirk zu groß sei.

Die Ministerin möchte in den ersten zwei Jahren ihrer Amtszeit möglichst alle Einrichtungen der Justiz in Niedersachsen besuchen. Auf ihrem Zettel stehen 160 Institutionen wie Gerichte, Schulungszentren und Justizvollzugsanstalten. „Bis Ende des Jahres habe ich 92 Besuche absolviert“, so Havliza, die am Montag noch nach Cloppenburg und Hannover wollte.

In Wildeshausen traf sie auf eine überwiegend weibliche Leitung. „Die Frauenquote ist hier übererfüllt“, sagte sie angesichts von sechs Frauen, die die 4,5 Richterstellen besetzen. Am ganzen Gericht gibt es unter 34 Angestellten nur sechs Männer – drei von ihnen sind in der Wachtmeisterei tätig. „Justiz wird weiblicher und ist familienfreundlich“, betonte Havliza. Man könne dort flexibel die Arbeitszeit reduzieren, wenn es beispielsweise die familiäre Situation erfordere.

Im Gespräch mit der Amtsgerichtsleiterin Sabine Plate-Greupner, ihrer Stellvertreterin Ann-Katrin von der Heide sowie Geschäftsleiterin Kerstin Hogeback und dem Leiter der Wachtmeisterei, Andreas Varnhorn, stellte sie fest, dass im Amtsgericht ein gutes Klima und großer Teamgeist herrscht. „Das ist oft bei kleineren Einheiten so“, betonte die Ministerin. Und wenn es krankheitsbedingte Vakanzen gebe, dann müssten sich die verschiedenen Gerichte eben mit Abordnungen gegenseitig helfen.

Ein wichtiges Thema waren im Rahmen des Besuches auch die Sicherheitsvorkehrungen im Amtsgericht. „Da ist im vergangenen Jahr schon viel gemacht worden“, so Havliza. Es gebe dennoch einiges zu tun. So müsse man überlegen, ob es sinnvoll sei, zwei Eingänge zu haben, die von der Wachtmeisterei kaum einsehbar seien. 

dr

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Kir-Konzert mit „Manny modern Troubadours“ im Heimathaus

Kir-Konzert mit „Manny modern Troubadours“ im Heimathaus

Drama im Lama-Büro: Tagträume

Drama im Lama-Büro: Tagträume

Iran setzt ausländischen Tanker fest und verhaftet Crew

Iran setzt ausländischen Tanker fest und verhaftet Crew

EU-Treffen zur Seenotrettung im Mittelmeer endet ergebnislos

EU-Treffen zur Seenotrettung im Mittelmeer endet ergebnislos

Meistgelesene Artikel

Hoheitlicher Autounfall bei Ahlhorn war 1911 reichsweit eine Sensation

Hoheitlicher Autounfall bei Ahlhorn war 1911 reichsweit eine Sensation

Nordwestbahn plant Schienenersatzverkehr in Richtung Osnabrück

Nordwestbahn plant Schienenersatzverkehr in Richtung Osnabrück

Das erste „Wild Rock Open Air“ in Wildeshausen kommt gut an

Das erste „Wild Rock Open Air“ in Wildeshausen kommt gut an

Kollision in Klosterseelte: Zwei Personen durch Aufprall verletzt

Kollision in Klosterseelte: Zwei Personen durch Aufprall verletzt

Kommentare