Frau war betrunken und vertraute ihm

Junger Stuhrer missbraucht Wildeshauserin

Wildeshausen/Stuhr - Ein Heranwachsender aus der Gemeinde Stuhr wurde jetzt vom Amtsgericht in Syke wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Mann soll am 26. September 2015 eine junge Frau aus Wildeshausen in ihrem Bett sexuell missbraucht haben. Sie war in einer Wohnung in Wildeshausen stark betrunken eingeschlafen und hatte ihm vertraut.

In seinem Urteil ging das Jugendschöffengericht von einem minderschweren Fall aus. Nach Meinung des Richters habe das Opfer dazu beigetragen, dass die Situation entstand.

Im Laufe der vier Prozesstage wurden mehrere Beweisanträge des Verteidigers abgelehnt. Er wollte unter anderem Sachverständige und den ehemaligen Freund der Wildeshauserin als Zeugen hören.

Der Angeklagte äußerte sich vor Gericht nicht zu dem Vorfall. Große Teile der Verhandlung fanden zudem unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Angeklagte lag mit dem Opfer in einem Bett

Laut Anklage hatte die Frau, die im Strafprozess als Nebenklägerin mit einer Anwältin auftrat, in der Nacht mit Bekannten, darunter auch der Angeklagte, gefeiert. Sie soll in einer Disco einen Blackout bekommen haben. Daraufhin wurde sie in ein Krankenhaus gebracht und später von der Mutter abgeholt. Der Stuhrer war mit im Krankenhaus gewesen. Er fuhr mit zur Wohnung in Wildeshausen und durfte bleiben, weil er angeblich keine Fahrtmöglichkeit nach Hause hatte. Die Frau soll damit einverstanden gewesen sein, dass er nicht nur in ihrem Zimmer schlief, sondern sich auch neben sie ins Bett legen konnte. Ihrer Mutter soll das spätere Opfer gesagt haben, dass sie dem jungen Mann vertraue.

Verhandlung hat Kräfte stark in Anspruch genommen

Laut Anklage schlief die junge Frau betrunken ein. Die Rückrechnung des Blutalkoholgehalts soll für die Nacht einen Promillewert von 1,2 bis 1,8 ergeben haben. Wach wurde das Opfer, so die Anklage, als der Mann zum Samenerguss kam. Schreiend soll die Frau aus dem Bett gesprungen sein. Am Morgen führte ihr Weg zur Polizei. Dort ergab ein Atemalkoholtest immerhin noch 0,6 Promille.

Für die Nebenklägerin wurde der Strafprozess zu einer persönlichen Belastung. Ihre Aussage im Gerichtssaal und die intensive Befragung, unter anderem durch den Verteidiger des Angeklagten, nahm ihre Kräfte stark in Anspruch. Dem Verteidiger war es, wie er in öffentlicher Sitzung andeutete, um die Frage der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers gegangen. Das Jugendgericht war am Ende jedoch von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. 

nie

Rubriklistenbild: © dpa

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