Junge Kandidaten werben für Kommunalwahl

„Junge Menschen brauchen in der Politik ein Sprachrohr“

Sechs junge Kandidaten und die angehenden Verwaltungsfachangestellten warben in den BBS für eine Beteiligung an der Wahl. - Foto: dr

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. „Geht wählen“, fordern die Auszubildenden zum Beruf des Verwaltungsfachangestellten an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen ihre Mitschüler auf. Überall in der Schule hängen Transparente. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion ging es am Mittwoch deshalb auch nicht um Parteiprogramme und Eigenwerbung der Kandidaten, sondern um die Frage, warum junge Menschen ihre Stimme bei der Kommunalwahl abgeben sollten.

Am Sonntag, 11. September, sind junge Menschen ab 16 Jahren wahlberechtigt. Sie können auch jungen Menschen ihre Stimmen geben. Auf dem Podium in der Aula der BBS saßen mit Mence Acar, Daniel Helms, Merjem Hodzic, Matthias Kluck, Arne Peters und Mayra Timmermann Kandidaten aus Wildeshausen und Harpstedt, die alle bis 25 Jahre alt sind.

„Es gibt leider nur wenige junge Menschen, die in den Gemeinden kandidieren“, berichtete Politiklehrerin Barbara Assmann-Meivers, die die Podiumsdiskussion zusammen mit der Klasse und den beiden Moderatoren Michelle Müller und Felix Post organisiert hatte.

Zudem, so Schulleiter Gerhard Albers in der Begrüßung, registrierten Forscher gerade bei den jüngsten Wählern die schlechteste Wahlbeteiligung. „Das ist sehr bedauerlich, dass dieses Grundrecht nicht wahrgenommen wird“, sagte er und wünschte sich bei seinen Schülern nach der Veranstaltung eine 100-prozentige Wahlbeteiligung.

„Junge Menschen müssen ein Sprachrohr in der Politik haben“, bekräftigte Peters. „Bei der Kommunalwahl können wir die Vertreter vor der eigenen Haustür wählen und lokale Themen mitbestimmen“, betonte Kluck. Acer legte Wert darauf, dass Politik (junge) Frauen benötigt, während es Hodzic wichtig findet, dass nicht die „große Politik“ ihre Zukunft plant, sondern sie selbst aktiv wird.

Viele Ideen für die Ratsarbeit

„Die Jugend muss uns in die Gremien wählen“, forderte Helms von den Schülern. Das sei die große Chance der jungen Leute, denn die altgedienten Ratspolitiker hätten alle ihre Wähler, die immer an den gleichen Stellen ihre Kreuze machen würden.

„Man kann viel machen, wenn man jung ist“, fanden Hodzic und Timmermann. Sie alle wollen junge Themen in die Räte tragen. Dazu gehören beispielsweise die Gründung eines Jugendparlaments in Harpstedt, ein Bus, der Jugendliche zu Partys bringt, ein Grillplatz in Wildeshausen, günstigere Schüler-Tickets im Schwimmbad oder eine bessere Versorgung mit Ausbildungsstellen. „Meine Cousine muss jeden Tag um 4 Uhr aufstehen, um pünktlich zu ihrer Ausbildungsstelle in Oldenburg zu kommen“, kritisierte Acar, die zudem dafür sorgen will, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund die gleichen Chancen wie alle Jugendlichen haben.

Im Anschluss an die Diskussion gab es ein Speed-Dating mit den jungen Kandidaten und die Abfrage, wer zur Kommunalwahl gehen wird. Eine Mehrheit sprach sich dafür aus.

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