Opfer Vergewaltigung vorgeworfen

Jugendlichen mit Fäusten traktiert

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Symbolbild

Wildeshausen - Wie schnell sich ein unglücklich verlaufener erster Sexualkontakt und danach erfolgte deutlich übertriebene Vorwürfe einer jungen Frau zu gefährlichen Aggressionen, einer Schlägerei und weiter andauernden Verleumdungen entwickeln können, musste ein jetzt 19-jähriger Heranwachsender aus Westrittum seit dem November 2015 erleben. Immerhin erhält er jetzt 1500 Euro Schmerzensgeld.

Damals kam es zu einer Annäherung zu einer jungen Frau, die dieser dann zu weit ging. Der Fall landete sogar vor dem Amtsgericht in Wildeshausen, wo ganz klar entschieden wurde, dass die Vorwürfe deutlich überzogen waren. Der Angeklagte wurde freigesprochen, stand nun aber als Nebenkläger vor Gericht, weil er am 8. November am Rande eines Baggersees zusammengeschlagen worden war und seitdem körperliche Beschwerden hat. „Ich werde heute noch als Vergewaltiger dargestellt“, berichtete er im Gerichtssaal.

Ereignis beschäftigte die gesamte Clique

Vor dem Jugendschöffengericht ging es um die Tat von zwei jungen Männern aus der Gemeinde Großenkneten. Der heranwachsende Angeklagte war nicht anwesend, sodass das Verfahren abgetrennt wurde. Der zweite Angeklagte, ein mittlerweile 22-Jähriger, gab unumwunden zu, seinen Widersacher mit zwei Faustschlägen getroffen zu haben. Dann habe er sich abgewendet, während seine Freunde wohl weiter zugeschlagen haben müssen.

Ursprünglich war der Termin am Baggersee vereinbart worden, um über den Verkauf von Motorrollerteilen zu verhandeln. Eine Clique war dort hingefahren. Offenbar hatte der missglückte sexuelle Kontakt die Truppe vorher so beschäftigt, dass man nicht nur von einer Vergewaltigung ausging, sondern auch vorhatte, dem Widersacher eine Abreibung zu verpassen.

Opfer wollte primär eine Entschuldigung

Nach übereinstimmenden Aussagen kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung. Dann hatte sich der potenzielle Verkäufer abgedreht, war dann verfolgt und niedergeschlagen worden. Ärzte diagnostizierten eine Schädelprellung sowie eine Prellung der Brustwirbelsäule.

Wer wann konkret zugeschlagen hatte, ließ sich vor Gericht nicht ermitteln. Dem Opfer war auch mehr daran gelegen, eine Entschuldigung zu hören und die Versicherung, dass er in Zukunft von weiteren Anfeindungen verschont bleibt. Mit einem Schmerzensgeld zeigte sich der 19-Jährige zufrieden.

So ließ sich eine Einigung mit Billigung der Staatsanwaltschaft erzielen. Die Richterin hingegen mahnte deutlich, dass die Selbstjustiz kein Mittel sei, Konflikte zu lösen – zumal es keine strafbare Tat gegeben hatte. Der zweite Täter wird im August vor Gericht angeklagt.

dr

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