Verein stellt Jahresbericht vor

„Brücke“: Jugendliche Straftäter stärker „an die Hand nehmen“

Der „Brücke“-Vorsitzende Joachim Musch und die Pädagogen Sandra Kuntze, Peter Faß sowie Geschäftsführerin Sandra Schier (v.l.) arbeiten seit mehr als 15 Jahren zusammen. - Foto: Petzold
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Der „Brücke“-Vorsitzende Joachim Musch und die Pädagogen Sandra Kuntze, Peter Faß sowie Geschäftsführerin Sandra Schier (v.l.) arbeiten seit mehr als 15 Jahren zusammen.

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Körperverletzung, Diebstahl, Fahren ohne Führerschein – das sind die Klassiker, die Jugendliche auf Abwegen zum Verein „Brücke“ in Wildeshausen führen. Dort arbeiten sie mit Pädagogen an Einsicht und Zukunftsperspektiven. Am Montag stellten die Helfer den Jahresbericht für 2016 vor.

Ein Trend setzte sich demnach fort: Die Betreuungsintensität nimmt zu. „Die Jugendlichen haben oft mehrere Problemlagen“, berichtete Pädagoge Peter Faß. Anders als früher kämen oftmals verschiedene Schwierigkeiten wie Schulden, Drogenabhängigkeit, psychische Probleme und einige Entwicklungsdefizite zusammen.

„Wir müssen die Jugendlichen mehr an die Hand nehmen“, berichtete Pädagogin Sandra Kuntze. Ob es um das Schreiben von Bewerbungen oder den Kontakt mit Ämtern geht – immer mehr Klienten mangele es an Selbstständigkeit. Dabei sei das Durchschnittsalter sogar leicht gestiegen und liege nun bei 18,2 Jahren. Im vergangenen Jahr wurden 46 junge Menschen in Wildeshausen betreut, einer weniger als 2015. 87 Prozent davon waren deutscher Nationalität, 16 Prozent weiblich.

Vorsitzender Musch zeigt sich zufrieden

Mit dem Erfolg der Maßnahmen ist Joachim Musch, Vorsitzender des Vereins, zufrieden. Nur acht Prozent der Jugendlichen würden diese vor Abschluss abbrechen. „Die Arbeit läuft gut und erfolgreich“, so Musch.

Oft seien die Mitarbeiter der „Brücke“ bei vielen Themen die einzigen Ansprechpartner für die Jugendlichen. „Vertrauen ist unser Handwerkszeug Nummer ein“, erklärte Geschäftsführerin Sandra Schier. Durch die intensive gemeinsame Zeit, sammeln die Pädagogen viel Wissen über die Jugendlichen. So kämen etliche der junge Menschen auch nach dem Ende der Maßnahme, um sich Rat zu holen. „Unsere Türen bleiben offen“, sagte Faß. Besonders schön sei es, ehemalige Teilnehmer nach Jahren wiederzutreffen und zu sehen, was sie aus ihrem Leben gemacht haben. „Das ist eine schöne Bestätigung“, findet Schier. Das Wildeshauser Team arbeitet schon seit mehr als 15 Jahren zusammen und kann sich bei seiner Tätigkeit im Landkreis auf ein breites Netzwerk stützen. Die Kooperation mit Drogen- und Schuldnerberatungen, dem Jugendamt, den Führerscheinstellen und der Polizei laufe gut.

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