Umfrage der katholischen St.-Peter-Gemeinde deckt einige Wünsche auf

Jugend im Glauben mitnehmen

Der Vorstand des Pfarreirates mit Matthias Goldberg, Petra Kossen, Anne Demberg, Matthias Daniel und Ludger Brock (v.l.) stellte die Ergebnisse vor. Foto: dr

Wildeshausen – Die katholische Kirchengemeinde St.-Peter in Wildeshausen und Ahlhorn muss dringend attraktivere Angebote für junge Menschen unterbreiten. Das ist ein wesentliches Ergebnis der Umfrage, die die Christen im Rahmen einer groß angelegten Aktion von Ende September bis Mitte Oktober in den Gemeindeteilen durchgeführt haben. 6 500 Fragebögen gingen an alle Katholiken im Alter ab zehn Jahren. Zurück kamen 288 Bögen. Das sind etwa vier Prozent und ist nach Einschätzung der Vorstandsvorsitzenden des Pfarreirates, Anne Demberg, kein schlechtes Ergebnis.

„Wir wollten wissen, wer die Zukunft mitgestalten möchte“, sagten Demberg sowie Matthias Daniel und Petra Kossen vom Pfarreirat, die die Ergebnisse der Befragung am Dienstag zusammen mit Pfarrer Ludger Brock und Pastoralreferent Matthias Goldberg vorstellten. „Wir haben uns erhofft, zu erfahren, was wir verändern müssen.“

Das haben die Beteiligten nun schriftlich und wollen es am Wochenende in zwei Gottesdienstpredigten in Wildeshausen und Ahlhorn auch präsentieren.

Auf die Frage, was die Gläubigen neugierig bei ihrer Kirche werden lässt, sagten besonders viele Teilnehmer, dass es schön wäre, wenn die Kirchengemeinde lebendig wäre und nicht alles „so ernst und vorschriftlich“ ablaufen würde. Deutlich wurde, dass eine große Mehrheit glaubt, dass in Ahlhorn und Wildeshausen zu wenig für Menschen unter 30 Jahren getan wird. Beispielsweise fehle es an Aktionen für Gläubige von 18 bis 30 Jahren, man verliere die Jugendlichen nach der Kommunion. Es mangele an Angeboten für Kinder bis zu zehn Jahren. So wünschen sich jüngere Katholiken Gottesdienste, in denen sie mehr machen können, in denen es „fetzige Musik“ gibt und die Predigten einen Bezug zu aktuellen Themen haben. Zusammenfassend wollte der Pfarreirat wissen, womit die Kirchengemeinde einen Schritt in die Zukunft machen kann. Die Antworten waren vielfältig. Sie reichen von mehr politischen Aussagen von der Kanzel über Events für Jugendliche und Thematisierung von ökologischen Problemen bis hin zu interessanten Gottesdiensten und fortschrittlichen Einstellungen zu modernen Themen. Im Rahmen eines internationalen Reformbedarfs nannten viele Gläubige, dass die Gleichberechtigung von Frauen ebenso überfällig ist wie die Aufhebung des Zölibats.

Es gibt also viel zu tun auf lokaler Ebene. Der Pfarreirat möchte die Arbeit auch angehen. Brock: „Unser Ziel ist es, die Menschen aus dem Glauben heraus zusammenzubringen.“ Zu Beginn des neuen Jahres möchte der Pfarreirat beispielsweise in die bereits bestehenden Jugendgruppen gehen, um zu klären, was konkret verbessert werden kann. Für andere Gottesdienstformen zu anderen Zeiten zeigte sich der Pfarrer schon jetzt bereit. „Das können wir gerne machen“, sagte er. Zudem sieht er die geäußerte Kritik eher als Ansporn.

Die Umfrage wurde anonym durchgeführt. „Ich hätte aber gerne mit dem einen oder anderen über bestimmte Punkte gesprochen“, erklärt der Pfarrer. Unabhängig davon würde er sich freuen, wenn diejenigen, die die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement erklärt haben, tatsächlich auch kommen, um die Kirche attraktiver für die Gläubigen zu machen.  dr

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