„Jugend debattiert“ am Wildeshauser Gymnasium/Spiegeln Jogginghosen einen faulen Schüler wider?

Gehören sexy Hotpants in den Unterricht?

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Mediengruppe Kreiszeitung

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Sie sind sicherlich nett anzuschauen – Mädchen und junge Frauen in Hotpants. Und Jogginghosen – spiegeln sie den Charakter eines Menschen wider? Beide Kleidungsstücke standen gestern im Rahmen des Schulentscheids „Jugend debattiert“ am Wildeshauser Gymnasium in einer vierköpfigen Gruppe auf dem Prüfstand.

Bevor die Debatte jedoch eröffnet werden konnte, begrüßte Schulleiter Ralf Schirakowski die Teilnehmer und Zuhörer: „Viele sind sicherlich schon sehr gespannt, was sie erwartet. Wir sind in diesem Jahr zum zweiten Mal bei dem bundesweiten Wettbewerb dabei.“ Mit sehr guten Ergebnissen sei er 2015 abgeschlossen worden: „Ich bin mir sicher, dass unsere Schüler auch in diesem Jahr wieder so gut abschneiden werden.“

Festgelegt auf 24 Minuten, wurde dann vor der Jury die Frage debattiert, ob das Tragen von Hotpants und Jogginghosen außerhalb des Sportunterrichts am Gymnasium verboten weren soll. Während Victoria Dartsch (Klasse 9a) und Kim Schwarmann (9b) die Rolle der Gegner dieser Kleidungsstücke eingenommen hatten, sprachen sich Lara Kulbach (9c) und Michelle Müller (8a) dafür aus.

Schnell wurde dem Publikum klar, dass vier Schülerinnen am Tisch saßen, die es mit greifenden Argumenten und ausgefeilten Ausführungen bestens verstanden, ihre Meinung überaus sachlich zu vertreten.

„Es sollte bei uns festgeschrieben werden, dass das Tragen dieser Kleidungsstücke untersagt ist“, führte Victoria aus. Lara wies darauf hin, dass gerade im Sommer von vielen Hotpants getragen würden: „Es muss die eigene Entscheidung sein, wer was trägt. Außerdem beeinträchtgt eine Jogginghose auf keinen Fall das Wissen.“ Hinzu komme, dass bei der derzeitig gesperrten Turnhalle Sport außerhalb der Schule gemacht werde: „Daher muss es möglich sein, dass die Schüler in Jogginghose auch am Unterricht teilmehmen.“

Harte Worte gab es dann von Kim: „Sicher soll es die Entscheidung jedes Einzelnen sein, wie er sich kleidet, wir wollen nur diese beiden Dinge verbieten. Außerdem ist es so, dass eine Jogginghose im Unterricht einen faulen Schüler widerspiegelt.“ So etwas würde schließlich auch nicht zur Arbeit getragen.

Michelle sah in diesem Verbot einen deutlichen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Schüler: „Hotpants wirken sicher ab einer bestimmten Länge sexualisierend, aber es werden schließlich auch kurze Röcke und Kleider getragen. Außerdem stellt eine Jogginghose nicht gleich einen faulen Schüler dar.“

Nach spannenden Diskusssionen über verschiedene Themen, die von den jeweiligen Klassensiegern geführt wurden, standen am Mittag die Sieger fest. Jeweils die Erst- und Zweitplatzierten eines Jahrgangs fahren schon bald zum Regionalentscheid nach Bruchhausen-Vilsen. Dies sind Michelle Müller (8a, erster Platz), Nils Kolhoff (Q3, erster Platz), Jonas Pleus (9e, zweiter Platz) und Gregor Ott (Q1, zweiter Platz. Die beiden Sieger des Regionalentscheids nehmen dann am Landesentscheid in Hannover teil, wo die Finalisten für den Bundesentscheid ermittelt werden, der schließlich in Berlin über die Bühne geht.

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