„Joyful Voices“ brillieren bei zweieinhalbstündigem Jubiläumskonzert

Chorgeschichte musikalisch zusammengefasst

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25 Jahre Chorgeschichte voller besonderer Erlebnisse fasste der Wildeshauser Gospelchor „Joyful Voices“ während seines Jubiläumskonzerts in musikalischen Gänsehautmomenten zusammen.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Gänsehaut-Momente aus den vergangenen 25 Jahren hatte der Wildeshauser Gospelchor „Joyful Voices“ mit Chorleiter und Kantor Ralf Grössler zu seinem Jubiläum versprochen. Und die gut 400 Konzertgäste in der Alexanderkirche wurden nicht enttäuscht.

Ob beim Kirchentags-Paradestück „Love-Song“ mit den Solisten Jan Dinger und Martin Scheffler oder bei John Rutters „Look at the world“, das die „Joyful Voices“ für das Deutsche Chorfest 2014 in Leipzig einstudiert hatten – gute Stimmung kam bei dem zweieinhalbstündigen Konzert garantiert auf.

Daran hatte auch das „Symphonic Gospel Orchestra“ der Alexanderkirche, das den Chor begleitete, einen nicht geringen Anteil. Doch auch die A-capella-Stücke des Chors boten den Zuhörern einen Ohrenschmaus.

Besonders stimmgewaltig, intensiv und aufwühlend performten die Musiker den Song „I cry out to you“ aus der Rhapsodie „Our father in heaven“ von Ralf Grössler, die der Chor im Jahr 2002 uraufgeführt hatte. „Das Stück soll den Stress zum Ausdruck bringen, dem wir in unserer heutigen Zeit allzu oft ausgeliefert sind“, erklärte Grössler im Anschluss. „Wir hoffen, wir haben Sie dabei auch etwas ins Schwitzen gebracht“, meinte er verschmitzt und gab dann wieder ernsthaft die Anregung: „Aus diesem Teufelskreis müssen wir mal wieder raus.“

So folgte auf den lautstarken „Aufschrei“ mit dem Spiritual „I’ve been in the storm so long“ ein sehr ruhiges A-capella-Stück „zum ganz stillen Zuhören“, wie Grössler betonte. Den Solo-Part darin übernahm Heidi Schilberg. Auch Sebastian Mastrangelo, Nadine Ukena, Ingo Klawonn und Dörthe Drubel-Holscher bewiesen sich während des Konzerts als versierte Solisten.

Bevor es in die Pause ging, sorgte Sopranistin Ukena mit ihrem Solo-Part beim Gospelsong „I sing out“ von Mark Hayes für einen weiteren Gänsehaut-Moment. Stimmgewaltig meldete sich der Chor nach der Pause a capella zurück – mit dem Spiritual „Didn’t my Lord deliver Daniel“. Weiter ging es dann erst einmal mit einem Appell Grösslers an das Publikum. „Für die folgenden zwei deutschen Stücke haben Sie Liederzettel vor sich. Die nutzen Sie bitte, um mitzusingen!“ Das fröhliche geistliche Lied „Weil der Himmel bei uns wohnt“ hatte Grössler für den Landeskirchentag 2004 in Oldenburg komponiert.

In den Konzertabschnitt, der dem Bremer Kirchentag 2009 gewidmet war, warfen sich die Musiker mit besonderem Elan. „Das war eine der größten Herausforderungen in unserer Chorgeschichte“, erklärte Grössler. „Wir gestalteten den Abschlussgottesdienst, der auch noch live im Fernsehen übertragen wurde, auf der Bühne am Überseemuseum vor 100000 Menschen.“

Dafür komponierte der Kantor auch ein Stück, das mittlerweile zu einem seiner Lieblingslieder geworden ist: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“. Ebenso den Titelsong „Here we are“. „Unsere Antwort auf das damalige Motto des Kirchentags ‚Mensch, wo bist du?‘“, so Grössler.

Auch einem besonderen Heimspiel zollte der Chor während seines Jubiläumskonzerts Tribut. „2013 wurden wir ins Stadthaus eingeladen und sollten dort etwas singen“, erinnerte sich Grössler. Die Überraschung war dann: Der Kantor und die „Joyful Voices“ wurden dabei als „Botschafter der Stadt Wildeshausen“ ausgezeichnet.

„Wie verdient man sich eine solche Auszeichnung? Vielleicht, indem man sich von niemandem irre machen lässt. Indem man seinen eigenen Weg geht. Wir lassen uns von niemandem umdrehen“, verkündete Grössler und gab damit den Auftakt zu „Don’t you let nobody turn you around“.

Nach den zahllosen Gänsehaut-Momenten war für die Zuschauer klar, dass sie die Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne ließen. Dafür liefen die „Joyful Voices“ mit dem berühmten Gospelhit „Oh happy day“ und der Solistin Drubel-Holscher dann gerne noch einmal zu Höchstform in der Kirche auf.

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