„Horror-Bilder“ auf Zigarettenschachteln / Was sagen Raucher dazu?

„Jeder Mensch weiß doch, auf was er sich einlässt“

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Raucher sollen den Glimmstängel lieber weglassen, finden die Politiker.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. „Rauchen gefährdet ihre Gesundheit“, „Raucher sterben früher“ – diese und ähnliche Warnsprüche stehen schon seit Jahren auf den Zigarettenschachteln. Jetzt aber sollen die Warnungen noch ein Stück schärfer werden – mit Fotos von Raucherlungen, offenen Beinen und kaputten Zähnen. Ist das ein Grund, sein Handeln zu überdenken und das Rauchen einzustellen? Wir haben mit einigen Rauchern gesprochen, immerhin ist heute Welt-Nichtrauchertag.

„Mich stören diese Schachteln nicht. Und das wird vielen anderen Rauchern ebenso gehen“, sagt der 28-jährige Sascha Tölle, der seit seinem 16. Lebensjahr raucht. „Jeder Raucher weiß ohnehin, auf was er sich einlässt. Auch die Sprüche auf den Packungen haben daran kaum etwas geändert.“ Die Leute würden sicher trotzdem weiter rauchen: „Ich habe mir die Frage nach dem Aufhören noch nie gestellt.“ In einigen Ländern gebe es diese „Horror-Bilder“ schon: „Aber auch dort siehst du sehr viele Raucher. Ich habe mit einigen gesprochen, die sich ebenfalls dadurch nicht vom Rauchen abbringen lassen.“

Seit ihrem 17. Lebensjahr raucht Christine Blankenburg (54): „Ich habe im Internet und Fernsehen schon diese Packungen gesehen. Selber hatte ich noch keine in der Hand. Aber der erhobene Zeigefinger bringt in meinen Augen eh nichts. Jeder muss schließlich für sich entscheiden, ob er raucht oder nicht.“ Sie selber würden diese Bilder nicht abschrecken. Die Frage nach dem Aufhören stelle sich ihr auch dadurch nicht: „Da die Leute heute aber alles sammeln, gehe ich davon aus, dass es selbst für diese Bilder sehr schnell einen Markt geben wird.“

Nils Koch (31) war 15 Jahre alt, als er mit dem Rauchen begonnen hat: „Das war damals so, es war in der Clique cool, sich eine anzustecken. Und so bin ich dabei geblieben.“ Er könne sich nicht vorstellen, aufgrund dieser Bilder das Rauchen einzustellen: „Außerdem kaufe ich mir nur selten Schachteln, weil ich meist drehe. Ich weiß nicht, ob diese Fotos auch auf Tabakdosen oder -tüten drauf sind.“ Allerdings stoße es ihm aus einem anderen Grund bitter auf, dass die Packungen mit solchen Bildern versehen werden sollen: „Was ist, wenn ich die Schachtel mal liegen lasse und Kinder sehen sie? Das muss nicht sein, ist in meinen Auge etwas zu viel.“

Nadine Rother

„In die gleiche Kerbe schlug Nadine Rother (34), sie raucht seit fast 20 Jahren: „Für die Umgebung finde ich diese Bilder unschön, mir sind sie egal. Den Willen der Menschen werden auch diese Fotos nicht umdrehen. Das haben auch die Preise nicht geschafft, was in meinen Augen viel härter gewesen ist.“

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