Beide Rekruten haben Könige in der Familie 

Jan-Ole und Lorenz wollen den Papagoy von der Stange holen

Lorenz Kosellek (l.) und Jan-Ole Reinking wollen am Dienstag nach Pfingsten in die Schützengilde eintreten. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Jan-Ole Reinking hat Glück: Am Dienstag nach Pfingsten wird er 17 Jahre alt. Damit kann er direkt an seinem Geburtstag Mitglied der Wildeshauser Schützengilde werden. Mit ihm an der Fahne steht sein Freund Lorenz Kosellek. Die jungen Rekruten haben ein Ziel: Schon bald wollen sie Könige werden – ganz so wie Vater und Großonkel.

Am Pfingstdienstag 1958 setzte Rudolf Debbeler den entscheidenden Schuss auf den Vogel und wurde Majestät der Schützengilde. Er ist einer der ältesten noch lebenden Könige der Wildeshauser Bürgergermeinschaft. Nun möchte es ihm sein Großneffe nachtun, allerdings muss der 17-Jährige noch acht Jahre warten, bis er im Alter von 25 Jahren zum ersten Mal auf den Papagoy anlegen darf. „Ich würde schon gerne gewinnen“, sagt Lorenz. Schon allein, weil ich besser sein möchte, als mein Bruder Simon. Der ist mal Vize beim Kinderkönigs-Schießen geworden.“

Jan-Ole hat 2008 miterlebt, wie es ist, König zu werden. Damals stand sein Vater Uwe Reinking an der neuen Vogelstange im Krandel und ließ sich feiern, als er den Papagoy heruntergeholt hatte. „Sofort waren auch sein Sohn Jan-Ole und Tochter Jule zur Stelle, um den 41-jährigen Vater zu umarmen“, hieß es in unserer Zeitung. Der Junior kann sich aber nicht mehr so genau daran erinnern. „Ich weiß nur noch, dass es ganz schön aufregend war“, erzählt er.

Unsere Zeitung stellt in den kommenden Tagen in loser Reihenfolge junge Männer vor, die am Dienstag nach Pfingsten in die Gilde eintreten wollen. Lorenz und Jan-Ole gehören zu einer Clique an der Realschule. Aktuell werden von der Truppe vier Jungs in die Gilde eintreten. „Der Rest der Freunde kommt nächstes Jahr, wenn sie 17 Jahre alt sind“, sagt Jan-Ole. Möglicherweise werden sie dann auch einen Club gründen. „Das ist aber nicht so wichtig“, erklärt Lorenz. „Wir sind auch so in der Gruppe unterwegs. Mal sehen, wie viele im kommenden Jahr tatsächlich eintreten. Außerdem soll ein Club, wenn wir ihn denn schon gründen, auch möglichst lange bestehen.“

Beide Jungen betonen die lange Tradition als Grund dafür, dass sie in die Gilde eintreten wollen. „Als Wildeshauser muss man dabei sein“,bekräftigt Lorenz. Schon als kleines Kind habe er den Umzug miterlebt, auch das Königsschießen kenne er gut.

Bereits zu Weihnachten lag für Lorenz ein Holzgewehr mit eingraviertem Namen unter dem Weihnachtsbaum. Den Zylinder hat er vom Opa, auch der Frack stammt aus Familienbesitz. Jan-Ole hat zwar auch schon einen Zylinder bekommen, die Kopfbedeckung ist jedoch zu klein geraten, sodass eine neue besorgt werden muss. Immerhin hängt in seinem Schrank schon ein neuer Frack.

„Ich denke, wir werden bereits in voller Montur auf der Herrlichkeit auflaufen“, sagt Lorenz. Jan-Ole freut sich, den ganzen Tag genießen zu können. In den vergangenen Jahren war er immer mit dem Spielmannszug unterwegs. Dort ist er jedoch dieses Jahr beurlaubt, sodass er mit den Freunden in der Kompanie Westertor ausmarschieren kann. Eine Hürde müssen beide Jungs noch in der Realschule überwinden. Wenn sie die Matheprüfung demnächst verhauen, dann müssten sie am Mittwoch nach Pfingsten zur Nachprüfung antreten. Das könnte mit dickem Kopf schwierig werden. Deshalb wollen die beiden es auf keinen Fall soweit kommen lassen.

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