Jahreshauptversammlung der Lebensretter/Mats-Ole seit seiner Geburt dabei

DLRG schwimmt sich vom Mitgliedertief frei

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Carsten Petermann (links) und Marco Hake (rechts) ehrten während der Jahreshauptversammlung der DLRG Wildeshausen Verena Ertelt und ihren Sohn Mats-Ole sowie Stefan Schnitger.

Wildeshausen - Knapp eineinhalb Jahre nach Neueröffnung des Hallenbades hat sich die DLRG-Ortsgruppe Wildeshausen von ihrem Mitgliedertief freigeschwommen. Bedingt durch Schließung, Abriss und Neubau des Bades hatten die Lebensretter eine vierjährige Durststrecke mit eingeschränktem Trainingsbedingungen hinnehmen müssen. In dieser Zeit sank das Mitgliederniveau auf 180 Personen. Jetzt kann der Verein nahezu an alte Zeiten anknüpfen: Fast 340 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind zurzeit Mitglied in der DLRG.

Von dieser erfreulichen Bilanz konnte DLRG-Ortsgruppen-Vorsitzender Carsten Petermann während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Vereinsheim an der Harpstedter Straße berichten. „Unser Training ist richtig gut eingeschlagen, wir stehen solide da und sind ausbildungstechnisch gut aufgestellt“, freute sich Petermann. Hatten doch Vorstand, Ausbilder und Trainer alles daran gesetzt, den Verein wieder ins Bewusstsein zu rücken und ein attraktives Programm anbieten zu können. Auch die Bevölkerung sei gegenüber Hilfsorganisationen wesentlich sensibler und die Unterstützung breiter geworden. „Es wird viel mehr wahrgenommen, was wir ehrenamtlich leisten“, so die Erfahrung von Petermann und seinem Stellvertreter Marco Hake.

Eines bereitet der Ortsgruppe aber noch Kopfzerbrechen: das Vereinsheim. Das alte wurde zusammen mit dem maroden Hallenbad abgerissen. Seitdem ist die DLRG provisorisch im Obergeschoss des früheren Stadtkindergartens untergebracht. Schon häufiger hatte die Stadt angekündigt, hier Flüchtlinge unterbringen zu wollen. Diese unklare Situation belastet den Verein. „Aus der Stadtverwaltung gibt es die klare Aussage: Zuerst wird das Feuerwehrhaus gebaut und dann sehen wir weiter“, sagte Petermann. Mit anderen Worten: Eine schnelle Lösung scheine nicht in Sicht. Der Vorstand, so Petermann, arbeite unabhängig davon an verschiedenen Lösungen. Ein Neubau sei jedenfalls finanziell nicht zu stemmen.

Zuvor sind noch zwei andere Investitionen notwendig: die Ersatzbeschaffung eines Einsatzfahrzeuges, die bereits eingeleitet wurde, und die Ersatzbeschaffung für das Motorrettungsboot, das seit 1988 im Besitz der Ortsgruppe ist und auch schon vor der massiven Beschädigung beim jüngsten Rettungseinsatz in Wardenburg altersbedingte Abnutzungserscheinungen aufwies. Die Kosten für ein neues Motorboot belaufen sich auf bis zu 70000 Euro. Die Ersatzbeschaffung ist frühestens für das Haushaltsjahr 2017 vorgesehen. Bis dahin will der Verein verschiedene Fördergelder beantragen.

Ihre Zustimmung gab die Versammlung nicht nur für ein neues Rettungsboot, sondern auch für die neue Satzung, die notwendig ist, um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Vechta nicht zu verlieren. Hier ging es letztendlich um Begrifflichkeiten, die nun angepasst wurden.

Bei der Wahl des gesamten Vorstandes betätigte sich Gabriele Puhl vom Vorstand des DLRG-Bezirksverbandes Oldenburger-Land- Diepholz als Wahlleiterin. Es gab kaum Veränderungen: Dirk Haase rückte als Leiter Ausbildung auf. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wollte Heino Fastje kürzer treten und ließ sich zum Stellvertreter wählen, die Leitung liegt nun bei Marén Bettmann.

Ihre Anwesenheit nutzte Gabriele Puhl, um sich bei der DLRG Wildeshausen für ihren Flüchtlingshilfe-Einsatz in Oerpke (Heidekreis) zu bedanken, wo der Wasserrettungszug des DLRG-Bezirksverbandes sechs Tage lang Dienst leistete. „Wildeshausen hatte die Führung und Logistik übernommen, das hat toll geklappt.“

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft nahm der Vorstand an diesem Abend ebenfalls vor. Jedoch waren nur zwei der Jubilare anwesend: Verena Ertelt bekam ein Ehrenzeichen für 25 Jahre, ihr Sohn Mats-Ole für zehn Jahre. Der fast zehnjährige Schüler ist bereits seit seiner Geburt Mitglied. Das Verdienstabzeichen in Bronze für vorbildliche Mitarbeit wurde Stefan Schnitger verliehen. Ihren Lehrschein bekam nach zwei Jahren Ausbildung Ortsjugendvorsitzende Carola Petermann ausgehändigt.

Für die Perspektivplanung nahm Carsten Petermann zwei Ziele ins Visier: Das Knacken der 400-Mitglieder-Grenze und das eigene Vereinsheim. „Wie wir letzteres auf die Beine stellen, weiß ich noch nicht genau, aber wir feilen dran.“

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