Hegeringleiter Willi Möser: „Diese beiden Wildarten sind hier bisher nicht aufgetaucht“

Jäger erlegen erstmals Marderhunde und einen Waschbären

Langjährige Treue: Hegeringleiter Willi Möser (links) und Kreisjägermeister Friedrich Hollmann (3. von rechts) mit den Geehrten Hermann Petermann, Hans Drunkenmölle, Claus Dieter Kosten, Hermann Bergfeld, Jürgen Westphale, Heiko Wittrock und Udo Apeler (von links). Foto: Hansemann

Düngstrup – Die Jäger des Hegerings Wildeshausen mussten sich im vergangenen Jahr mit invasiven Arten herumschlagen. Sie brachten 168 Nutria zur Strecke – das bedeutet eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. „Ich weiß nicht, wie das bei dieser Art, die sehr agil in der Fortpflanzung ist, weitergehen wird“, gestand Hegeringleiter Willi Möser bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend bei „Schönherr“ in Düngstrup. Die Nutria würden Schäden an Uferbefestigungen, Deichen und landwirtschaftlichen Flächen, die an Gewässer grenzen, anrichten.

Des Weiteren sind in Mösers Jahresbericht erstmals drei Marderhunde und ein Waschbär vertreten. „Diese beiden Wildarten sind hier bisher nicht aufgetaucht“, betonte der Hegeringleiter. Es seien invasive Spezies, die großen Schaden an der Niederwildpopulation anrichten könnten.

Ganz grundsätzlich ging Möser auf die allgemeine Entwicklung ein: „Im vergangenen Jahr haben wir in vielen Revieren bessere, aber zumindest gleichbleibende Niederwildbestände vorgefunden. Dieses mag durch die guten Wetterbedingungen, aber auch durch die Pflege und Hege in den Revieren, eventuell auch durch einen veränderten Pestizideinsatz, begünstigt worden sein.“ Er betonte aber auch ausdrücklich, dass die Jäger nur gemeinsam mit den Landwirten vor Ort eine Verbesserung der Population erreichen könnten. Dabei rief er zum Gespräch auf. „Gegenseitige Vorhaltungen, wie sie an dem einen oder anderen Kneipentisch geäußert werden, sind nicht zielführend und helfen niemanden“, mahnte er. „Die Landwirte mit ihren Familien müssen von ihren Produkten leben und im globalen Weltmarkt bestehen. Das ist nicht einfach, und deshalb lasst uns in einen Dialog eintreten. Dann werden wir auch Fortschritte erzielen“, heißt es in Mösers Jahresbericht.

Der Hegeringleiter erwartet, dass sich die Afrikanische Schweinepest über kurz oder lang auch in der Region breit macht. Noch sei die Krankheit nicht in Deutschland angekommen, aber viele Experten würden sagen, sie komme auf jeden Fall. Möser mahnte die Jäger zu strengen Hygienemaßnahmen und besonderer Vorsicht im Umgang mit toten Wildschweinen, die noch nicht getestet worden seien. „Bitte macht euch Gedanken“, appellierte er an die Versammlung.  bor

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