Problem verschärft sich dramatisch 

Inzwischen stehen 56 Kinder auf den Krippen-Wartelisten

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So könnte die Kindertagesstätte, die das DRK bauen möchte, aussehen.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Eine Stunde diskutiert, aber nicht viel bewegt: Der Ausschuss für Ordnung, Soziales und Familie hat sich am Donnerstagabend damit befasst, dass es zu wenig Krippenplätze in Wildeshausen gibt. Die Lage hat sich seit Anfang August weiter verschlimmert. Standen damals noch 42 unter Dreijährige auf den Wartelisten der Kindertagesstätten (wir berichteten), sind es inzwischen 56. Zu einer konkreten Beschlussempfehlung, wie das Problem zu lösen sei, kam es allerdings nicht. Stattdessen erhielt die Verwaltung Prüfaufträge.

Einstimmig verlangten die Politiker, dass geklärt wird, ob ein Waldkindergarten wie in Goldenstedt in Wildeshausen möglich ist und ob der städtische Kindergarten „Pusteblume“ am Twistringer Weg erweitert werden kann. Zudem soll das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in der nächsten Ausschusssitzung im November sein Konzept für den Neubau einer Kindertagesstätte vorstellen. Des Weiteren sind im Haushalt für kommendes Jahr Gelder für die Errichtung einer zwei- bis dreigruppigen Kindertagesstätte vorgesehen. Über den Etat ist allerdings weder politisch beraten, geschweige denn entschieden worden.

„Die Zahl 56 erschlägt natürlich“, räumte Rita Manietta, Fachbereichsleiterin im Stadthaus, angesichts der unversorgten unter Dreijährigen ein. Zwar rücken die Mädchen und Jungen aus den Krippen nach und nach in den Kindergartenbereich auf, aber auch dort gibt es Platzprobleme. Unter anderem wegen der Wahlfreiheit, was die Einschulung angeht. Manietta informierte, dass 25 schulpflichtige Kinder noch im Kindergarten und nicht in der Grundschule sind. Sie rechnet damit, dass deren Zahl zunimmt. Auch die Zahl der Geburten könnte steigen, mindestens aber gleich bleiben. Derzeit bekommen in Wildeshausen gemeldete Eltern um die 200 Kinder pro Jahr.

Angesichts dieser Zahlen machte Ratsherr Stefan Brors (CDW) Druck. „Wir brauchen mehr Betreuungskapazität und sollten eine weitere Kita bauen oder das DRK eine bauen lassen.“ Das Rote Kreuz hatte bereits im vergangenen Jahr Interesse daran signalisiert, das auch noch nicht erkaltet ist. Günter Lübke (CDU) stimmte zu. „Wir brauchen mehr Plätze.“ Aufseiten der UWG hoffte man auf Vorschläge von der Verwaltung. Arne Peters (FDP) ordnete das Problem in einen größeren Rahmen ein: „Wir reden immer von der Attraktivität der Stadt. Es ist doch so, dass niemand hierher zieht, weil wir irgendwann mal ein tolles Urgeschichtliches Zentrum haben. Die Leute brauchen eine Kinderbetreuung.“ Elisabeth Spenner, Leiterin des Kindergarten Johanneum und hinzugewähltes Ausschussmitglied, unterstrich: „Ich bin jetzt 32 Jahre dabei, und es fehlten immer Plätze.“ Um das jetzige Problem zu lösen, müsse die Stadt jede Menge Geld in die Hand nehmen.

Stattdessen gibt es jetzt erst einmal die Prüfaufträge für die November-Sitzung. Viele Eltern warten also weiter auf einen Krippenplatz.

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