Hohe Kosten für Bauwillige befürchtet

Investorenfläche oder Bauträgergrundstücke vor Bargloy?

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Viel Platz für neue Häuser. Doch noch ist die Vergabe der Grundstücke nicht abschließend geregelt.

Wildeshausen - Die Diskussion über die Verteilung von Grundstücken im neuen Baugebiet nördlich des Bargloyer Weges in Wildeshausen sowie die Pläne, einen Teil als Investorenfläche an einen Vermarkter zu verkaufen, ist noch nicht beendet und dürfte wohl erst mit der Ratsentscheidung am 30. November entschieden werden.

Wie berichtet, hat der Verwaltungsausschuss im Rahmen seiner Beratung dieses Punktes betont, dass bei der Veräußerung der Grundstücke an einen Investor nicht die Realisierung eines rechtlich zulässigen Höchstgebotes im Fokus steht. Ziel sei vielmehr der Verkauf zum vom Gutachterausschuss ermittelten Verkehrswert und die Umsetzung eines angemessenen Bebauungs- und Nutzungskonzeptes, so die Politiker.

Die Vergabe der Fläche an einen Investor bringt jedoch „gravierende Nachteile für die Stadt und die Bürger“, betont Immobilienkaufmann Ulrich Stolle-Warkotz von „Komfort-Bau Immobilien“ in einem Brief an die Stadtverwaltung. Seiner Meinung nach besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass so am Ende ein „unansehnliches Wohnquartier aus langweiligen Schlichtbauten in Monoarchitektur“ entsteht.

Grundstückspreis steigt von 110 auf 130 Euro

Beim Ankauf der Fläche von der Stadt habe der Investor etwa 7,5 Prozent des Kaufpreises an Kaufnebenkosten zu tragen, so Stolle-Warkotz. Hinzu kämen seine Finanzierungskosten sowie sein Aufschlag für Wagnis und Gewinn. Diese Kosten müsse er im Abverkauf auf den Enderwerber umlegen, wodurch der Grundstückspreis von ursprünglich 110 Euro auf mindestens 130 ansteige. 

„Zudem muss dann der Käufer selber auch wieder die Kaufnebenkosten tragen, welche jetzt auf den Gesamtkaufpreis aus Haus und Grundstück bezogen werden. Dies macht bei einem angenommenen Kaufpreis von nur 200. 000 Euro für die Immobilie nochmals rund 16 000 Euro Mehrkosten für den Käufer“, rechnet Stolle-Warkotz vor.

Der Immobilienkaufmann stellt einen Alternativvorschlag zur Diskussion: Die Stadt erschließt die Fläche und weist darauf Baugrundstücke aus – mit der konkreten Vorgabe, welcher Gebäudetyp (Doppelhaus, Reihenhaus, Geschosswohnungsbau) darauf entstehen soll. Auf Grundstücke für Geschosswohnungsbau können sich interessierte Bauträger bewerben, diese kaufen und entsprechend bebauen.

Bauträger können Grundstücke reservieren

Auf Grundstücke für Doppel- und Reihenhäuser hingegen können sich Bauträger zwar bewerben, diese aber nicht kaufen, sondern jeweils immer nur eins zur Zeit für sich reservieren. Sie erhalten nun drei Monate Zeit, mit ihrem Baukonzept Enderwerber zu finden, die ihren Grundstücksanteil dann aber direkt von der Stadt kaufen.

„Mit dieser Vorgehensweise entsteht ein interessantes Wohnquartier mit unterschiedlicher Architektur“, so Stolle-Warkotz. „Es werden auch nicht beispielsweise Doppelhäuser auf Grundstücken gebaut, die eigentlich für ebenfalls benötigte Geschosswohnungsbauten ausgewiesen waren. Und der Stadtbürger als Endkunde spart erhebliche Kosten bis zu 25.000 Euro.“ dr

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