Investor kann aufatmen: Ausschuss mehrheitlich für neues Wohn- und Geschäftsgebäude am Marktplatz/Gildefest soll geduldet werden

„Wir zeigen Demut angesichts des historischen Rathauses“

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So skizziert der Planer das neue Ensemble am Marktplatz.

Wildeshausen - Investor und Projektförderer können aller Voraussicht nach in die weiteren Planungen gehen, was den Abriss von zwei Häusern und den Bau eines Einzelhandelsprojektes am Wildeshauser Marktplatz betrifft. Wie berichtet, empfahlen zwei Ausschusse das Einvernehmen gegen die Stimmen der UWG, sodass sich abschließend der Rat in seiner Sitzung am 28. April damit beschäftigen muss.

Immerhin gab es nun eine klare Visualisierung des Projektes, damit jeder erkennen konnte, wie die beiden neuen Häuser aussehen könnten. Das lobte auch UWG-Ratsherr Rainer Kolloge. Er empfand die Ansicht jedoch als „langweilig und kalt“, kritisierte die seiner Ansicht nach zu geringe Zahl an Parkplätzen in einer Tiefgarage sowie die „Verzehnfachung der Nutzfläche“, die unweigerlich zu weiteren Leerständen in der Innenstadt führen würde. „Man kann sich auch mehr Zeit nehmen“, erklärte er und empfahl vergeblich, mit dem Denkmalschutz zu klären, ob der Marktplatz und das Rathaus durch den Neubau beeinflusst werden.

Ganz anders sah der Planer sein Werk. Angesichts des „unglaublich schönen Marktplatzes“ und des „besonders wertvollen Rathauses“ zeige man Demut und rücke das historische Gebäude in den Vordergrund. Die Architektur, so Lars Frerichs, Geschäftsführer des Büros „neun grad architektur“, sei sehr ruhig, fast schon langweilig, weil man sich – ungewöhnlich für Architekten – zurückgehalten habe. Dennoch sei ein transparentes, modernes, giebelständiges Gebäude mit vielen Details entstanden, das eine deutliche Verbesserung zur derzeitigen Fassade darstelle.

Das fand auch Bernhard Block: „Wer ernsthaft sagt, dass das, was jetzt dort steht, besser aussieht als das, was geplant ist, der muss blind sein“, so der Christdemokrat. Stephan Rollié ergänzte: „Die jetzigen Häuser sind eine früherere Bausünde. Mit den neuen Gebäuden wird der alte Zustand besser nachempfunden.“ Wichtig sei seiner Ansicht nach, dass die Buchhandlung bleiben könne.

Hermann Hitz (UWG) mochte in das Lob für die neuen Pläne nicht einstimmen. „Ich lehne das ab. Das ist nicht kleinteilig. Das ist ein Schuhkarton, eine Mogelpackung“, sagte er. Mit den neuen Ladenflächen würde der Verdrängungswettbewerb verstärkt. Es seien auch nicht ausreichend Parkflächen vorhanden, sodass früher oder später die öffentliche Hand wieder einspringen müsse. Auch Karl Schulze Temming-Hanhoff fand: „Das passt nicht zu Wildeshausen. Ein Einzelhandelsmagnet sorge für weitere Leerstände im äußeren Innenstadtbereich. Es solle unbedingt eine Veränderungssperre erlassen werden, um in Ruhe planen zu können.

Auch Helmut Müller (FDP) monierte, dass es keine Gestaltungssatzung und keinen Stadtplaner gebe. Er fand aber: „Das Gebäude passt da hinein.“

Wichtig war der SPD jedoch, dass der Investor das Gildefest, Marktveranstaltungen und Stadtfeste auf dem Marktplatz dulden müsse. Um Schwierigkeiten zu vermeiden, soll unbedingt ein Passus in das Einvernehmen eingearbeitet werden. Dafür stimmten alle Ausschussmitglieder bis auf die UWG-Vertreter.

dr

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