Harro Taube stellt Insolvenzantrag / Rückschlag für Industriegebiet Wildeshausen-West

Investor auf dem Abflug

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Stark gefährdet ist die Entwicklung des Industriegebietes Wildeshausen-West.

Die Pläne für das Industriegebiet Wildeshausen-West mit der Unterstützung des Investors Harro Taube aus Cadenberge erhielten am Mittwoch um 17 Uhr einen herben Dämpfer.

Wildeshausen - Kurz vor der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung informierte Taube nach Informationen unserer Zeitung die Stadtverwaltung per Telefon darüber, dass er einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Stade gestellt hat.

Bürgermeister informiert Ausschuss

Wenige Stunden später informierte Bürgermeister Jens Kuraschinski die Ausschussmitglieder im Rahmen einer nichtöffentlichen Sitzungsunterbrechung über das Verfahren. Damit hatte sich die Beratung über den Fortgang der Planungen zum Industriegebiet zunächst erledigt.

Die Stadt kommentierte diese Information gegenüber unserer Zeitung am Donnerstag nicht öffentlich. Er könne das weder bestätigen noch dementieren, so Bürgermeister Jens Kuraschinski auf Nachfrage.

Gericht ordnet Verwaltung des Vermögens an

Aus den Insolvenzbekanntmachungen des Amtsgerichts Stade geht jedoch hervor, dass über das Vermögen der Taube Port of Logistics GmbH in Stade, vertreten durch Harro Taube bereits am 22. Oktober um 8.40 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Antragstellerin angeordnet wurde. 

Harro Taube

„Verfügungen der Antragstellerin sind ab dem Zeitpunkt nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam“, heißt es dort. Das ist Rechtsanwalt Henning Sämisch aus Hamburg, als Sachbearbeiter fungiert Rechtsanwalt Andreas Tralau.

Neuer Projektierer im Gespräch

Die Schuldner von Taube werden per Bekanntmachung aufgefordert, nur noch unter Beachtung des Insolvenzantragsbeschlusses Leistungen zu erbringen.

Warum Taube die Stadt erst so spät informiert hat, ist nicht bekannt. Er soll in dem Gespräch angekündigt haben, dass es eine andere Person gibt, die seine Entwicklungspläne im Industriegebiet Wildeshausen-West weiterverfolgen will. Und die sind oder waren weitreichend:

Investor kündigte umfangreiche Planung an

Vor rund einem Jahr hatte Taube angekündigt, insgesamt zehn Hektar Fläche an der Ahlhorner Straße, unter anderem die Fläche des ehemaligen Campingplatzes Bürgerpark, kaufen zu wollen. Ihm hätte damit das gesamte Land an der Autobahnabfahrt sowie große Teile längs der Ahlhorner Straße gehört. „Die Stadt plant seit 19 Jahren ein Industriegebiet. Ich habe das innerhalb von vier Monaten auf den Weg gebracht“, hatte Taube damals unserer Zeitung gesagt und angekündigt, rund 20 Millionen Euro investieren zu wollen.

Autohof, Restaurant und Tankstelle im Gespräch

Als Projekte nannte er den größten Autohof an der A 1 mit 100 Schwerlastparkplätzen. Nebenan wollte er auf einer Fläche von 7 000 Quadratmetern ein Fast-Food-Restaurant und eine Wasserstofftankstelle errichten. Taube gab an, die gesamte Erschließung zu übernehmen, was der Stadt immense Kosten erspart hätte. Den hinteren Bereich der 23 Hektar Fläche hätte dann die Stadt Wildeshausen erschließen können. Dort wäre Platz für Unternehmen aus der Kreisstadt gewesen, die schnellstmöglich ihren Standort verlagern wollen.

Konsequenzen des Rückzugs unklar

Über die Konsequenzen des Insolvenzantrages für die Stadt lässt sich derzeit nur mutmaßen. Die Verwaltungsspitze hatte das Angebot des Investors als ideale Gelegenheit kommuniziert, die Erschließung kostengünstig realisieren zu können. Jetzt besteht die Gefahr, dass auf die Stadt im Falle einer Realisierung des Industriegebietes deutlich höhere Kosten zukommen.

Investor reagiert nicht auf Rückrufbitte

Eine Stellungnahme von Taube war für unsere Zeitung nicht zu erhalten. Der insolvente Investor antwortete weder auf Rückrufbitten noch E-Mails. Auch der Insolvenzverwalter wollte keine Angaben machen.

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