Abriss der Immobilie im Frühjahr 2016

Restaurant Wolters schließt, Rewe wird vergrößert

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Während das Restaurantgebäude abgerissen wird, soll der Rewe-Markt zu einem großen Center ausgebaut werden.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Mit dem neuen Jahr schließt in Wildeshausen ein weiterer gastronomischer Traditionsbetrieb. Zum 1. Januar dreht Inhaberin Barbara Wolters den Schlüssel um, das Restaurant Wolters mit Saal und Kegelbahn ist dann Geschichte.

Wolters bestätigte die Schließung, die ihr „in der Seele wehtut“, gegenüber unserer Zeitung und ergänzte: „Ich finde keinen Nachfolger, zudem gibt es einen Investitionsstau.“ Im Alter von 50 Jahren möchte sich Wolters nicht mehr so hohe Belastungen aufladen, wenn die Zukunft des Restaurants ungewiss ist.

Die Inhaberin war 32 Jahre im Betrieb beschäftigt und leitet das Lokal seit 18 Jahren. Drei Angestellte müssen sich zum nächsten Jahr einen neuen Arbeitsplatz suchen. Bis dahin läuft der Betrieb aber ganz normal weiter. Für zahlreiche Vereine heißt es danach jedoch, sich einen neuen Versammlungsort zu suchen, denn das Restaurant ist praktisch das letzte Lokal in der Wittekindstadt, das einen Saal für größere Gesellschaften und Veranstaltungen zur Verfügung stellte.

Nach Auskunft von Wolfgang Warkotz, der das Areal mit Restaurant und dem Rewe-Supermarkt am Huntetor erworben hat und die Familie Wolters schon lange kennt, hat die Inhaberin zwei Monate Zeit, das Restaurant zu räumen. Er bedauere die Entwicklung, sagte er. Aber die Zeiten seien für derartige Lokale sehr schwierig.

„Wenn das Gebäude leer ist, reißen wir es ab“, umriss Warkotz die Pläne. An der Stelle sei dann ein größeres Rewe-Center mit Getränkemarkt und einer Verkaufsfläche von 1700 Quadratmetern sowie 140 Parkplätzen geplant.

Bürgermeister Jens Kuraschinski bedauert die Schließung des Restaurants. „Wir verlieren ein wichtiges Wildeshauser Lokal mit Saalbetrieb für Familienfeste und Vereine“, sagte er zu unserer Zeitung. Nicht nur für die Schützengilde sei das Restaurant ein sehr gastlicher Treffpunkt gewesen, um beispielsweise König und Schaffer abzuholen. Auch der Brummkreisel-Verein versammelte sich dort jeden Mittwoch nach Pfingsten.

„Über die weiteren Entwicklungen auf dem Gelände müssen wir noch politisch beraten“, so Kuraschinski. Eine Vergrößerung der Verkaufsfläche wurde jedoch schon im gerade verabschiedeten Einzelhandelsentwicklungskonzept anvisiert.

Die Familie Wolters tauchte erstmals am 26. Oktober 1932 als Eigentümer der Immobilie auf. Damals erwarb Wilhelm Wolters zusammen mit seiner Ehefrau Anne Schierenbeck das Haus und entwickelte den Betrieb weiter. Das Hotel „Stadt Bremen“ war als „Fernfahrerheim Wolters“ weithin bekannt und gefragt.

In den 50er Jahren trat Willi Wolters junior in den elterlichen Betrieb ein und übernahm das Lokal nach dem Tod des Vaters am 7. Mai 1962 als Alleininhaber mit Unterstützung seiner Frau Mary. Zum Team des Familienunternehmens gehörten Hans Wolters, ein Bruder des Wirtes, und der Sohn Klaus, der nach seiner Ausbildung in den Betrieb eintrat. Durch den Erwerb des Hoopmannschen Hauses sowie den Ankauf der sich anschließenden Gärten im Jahr 1969 konnte eine Doppelkegelbahn mit den erforderlichen Einrichtungen errichtet werden.

1972 wurde das ehemalige Wohnhaus von Besuden dazu gekauft. „In diesem Haus“, so Heimatforscher Alfred Panschar, „hatte Maria Pieper einen Gemischtwarenladen, der dann von Schrader übernommen wurde. Auf diesem Areal steht heute der Rewe-Markt.“

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