1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Wildeshausen

Interview mit Wildeshauser AfD-Ratsherr: „Impfung ist persönliche Entscheidung“

Erstellt:

Von: Ove Bornholt

Kommentare

Kundgebung in Wildeshausen: Auf dem Marktplatz der Stadt wird seit Wochen für und gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.
Kundgebung in Wildeshausen: Auf dem Marktplatz der Stadt wird seit Wochen für und gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. © dr

Seit Wochen wird für und gegen die Corona-Maßnahmen in Wildeshausen demonstriert. In Interviews nehmen die Rats-Parteien Stellung. Heute mit Frank Voigt (AfD).

Herr Voigt, Sie sind dreifach geimpft, also geboostert. Warum haben Sie sich impfen lassen?

Die Antwort ist doch ganz eindeutig: Ich werde dieses Jahr 77 Jahre alt. Das bedeutet, ich bin in einer Altersgruppe, wo ich zu einer potenziellen Risikogruppe gehöre. Nach einer persönlichen Risiko-Nutzen-Abwägung habe ich die Entscheidung getroffen, mich impfen zu lassen. Es bestehen aktuell hohe gesellschaftliche Einschränkungen, sofern man nicht geimpft ist. Dies hat meine Entscheidung mitbeeinflusst, insbesondere auch der einfachere Zugang zu den Ratssitzungen und den Besuch von Pflegeheimen. Mein Bruder liegt aktuell im Pflegeheim, hier war ein Zugang ohne Impfung teilweise nicht möglich.

Obwohl wissenschaftlichnicht belegt, werden immer wieder Zweifel an der Sicherheit der Impfstoffe gestreut.

Die hohen schädlichen Nebenwirkungen der Impfkampagne können auf der Seite des Paul Ehrlich Institutes im aktuellen Sicherheitsbericht nachgesehen werden. Diese sind gut belegt. Eine Impfentscheidung ist eine persönliche Entscheidung und die muss jeder Einzelne persönlich treffen.

Frank Voigt
Frank Voigt © AfD

Ich bin als Ossi in einem Staat aufgewachsen, der massiv gegenüber der eigenen Bevölkerung übergriffig war. Solche Zeiten möchte ich nicht wieder erleben. Insbesondere sind junge Frauen, die noch keine Kinder haben, zu mir gekommen und haben mir gesagt, sie hätten Angst, dass in der Schwangerschaft etwas passiert.

Aber Impfungen für Schwangere werden doch von der Ständigen Impfkomission (Stiko) empfohlen.

Kinder und Schwangere zu impfen, ist unverantwortlich. Keiner übernimmt die Verantwortung für eventuelle Nebenwirkungen. Hier sollten wir auch ein Blick in unsere jüngste Vergangenheit werfen. Ich erinnere nur an die vielen Schäden durch Contergan.

Dass die Stiko keine unabhängige Einrichtung ist, kam kürzlich durch den Vorsitzenden ans Licht. Die Stiko trifft diese Entscheidungen unter massivem äußeren Druck.

Was genau meinen Sie damit?

Es gibt zu wenig Veröffentlichungen, keiner analysiert ganzheitlich die Auswirkungen. Die Medien insgesamt, auch Sie als Kreiszeitung, haben hier komplett versagt (die Redaktion weist diesen Vorwurf ausdrücklich zurück, Anmerkung der Redaktion).

Was sagen Sie Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, weil sie Angst vor Nebenwirkungen haben?

Ich bin nicht dafür da, andere Menschen zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Dies ist eine persönliche Entscheidung.

Wie stehen Sie zu einer Impfpflicht?

Davon erhofft sich die Politik Ruhe. Eine Impfung muss eine persönliche Entscheidung bleiben. Bei einer drohenden Impfpflicht befürchte ich, dass die Proteste dann erst richtig losgehen. Bedenken habe ich auch wegen der Kinder unter fünf Jahren und der Frauen, die schwanger sind oder jetzt Kinder kriegen wollen (derzeit gibt es gar keinen zugelassenen Impfstoff für Kinder unter fünf Jahren. Für Kinder von fünf bis elf Jahren empfiehlt die Stiko das Impfen nur bei Vorerkrankungen, Anmerkung der Redaktion).

Seit Wochen wird montags auf dem Wildeshauser Marktplatz für und gegen das Impfen demonstriert. Waren Sie schon mal an einer dieser Demonstrationen beteiligt?

Nein. Das habe ich auch öffentlich in der Ratssitzung gesagt. Ich kann aber jeden verstehen, der hier auf die Straße geht. Es geht hier nicht nur um die Corona-Maßnahmen. Durch die verheerende Politik wurde viel Konfliktpotenzial erzeugt. Hier ist insbesondere auch die starke Beschneidung der Meinungsfreiheit zu nennen. Die Menschen merken doch, dass sie nicht mehr alles sagen dürfen und dass große Medien zensiert werden. Darüber hinaus explodieren gerade die Energiepreise und treiben Menschen in die Armut. Hier muss dringend gegengesteuert werden, um eine gesellschaftliche Spaltung zu verhindern.

Unterstützen Sie die Demos der „Querdenker“-Bewegung oder lehnen Sie sie ab?

Ich unterstütze da gar niemanden. Jeder hat seine eigene Meinung.

Aber Sie haben doch eine Meinung zur „Querdenken“-Bewegung.

Mit dem Begriff „Querdenker“ kann ich gar nichts anfangen. Für mich ist das ein breites Spektrum an Menschen.

Teile Ihrer Partei kritisieren immer mal wieder das Impfen und die Coronamaßnahmen. Wie stehen Sie dazu?

Immer wieder wird gesagt, die AfD sei rechtsradikal. Das stimmt nicht. Wenn die AfD nach rechts rücken würde, bin ich der Erste, der die AfD verlässt und mein Mandat abgebe. Das ist aber nicht der Fall.

Und was Maßnahmen wie die Maskenpflicht und Einschränkungen sozialer Kontakte angeht?

Es ist verständlich, dass Kinder und Jugendliche die Faxen dicke haben. Die Kinder sind die größten Leidtragenden dieser Krise. Hier muss dringend ein Umdenken her. Insbesondere Jugendliche wollen ihre Freunde ohne Einschränkungen treffen. Auch muss die tägliche Testerei in den Schulen beendet werden.

Auch interessant

Kommentare