Start-Up aus Wildeshausen kümmert sich zunächst um den Großraum Bremen

Per Internet zum Wohnpartner

Die „misambo“-Gründer Steffen Maurer (links), Sarah Pahl und Frank Stelter (rechts) gemeinsam mit Ideen-Unterstützer Henning Scherf. Foto: Agentur

Wildeshausen – Partnerbörsen gibt es im Internet mittlerweile wie Sand am Meer. Der Wildeshauser Frank Stelter hat zusammen mit Frank Maurer aus Hamburg nun ein Wohnpartner-Portal mit Namen „misambo“gegründet, das Menschen zueinanderführen soll, die gemeinsam ein Haus oder eine Wohnung nutzen. Die beiden haben in dem ehemaligen Bremer Bürgermeister Henning Scherf einen prominenten Unterstützer gefunden. Das Portal, das seinen Firmensitz in der Kreisstadt hat, richtet sich zunächst an Menschen, die im Großraum Bremen leben. Es soll aber nach Möglichkeit schnell in ganz Deutschland präsent sein. „Wir entscheiden uns aufgrund der Erfahrungen in der Region, wie wir weiter vorgehen wollen“, so Stelter.

Hintergrund des Portals ist, dass sich viel Menschen keinen eigenen Wohnraum leisten können. Insbesondere in Großstädten, aber auch in Wildeshausen wird das Bild durch steigende Mieten sowie fehlende Kleinwohnungen bestimmt. Zu diesem Ergebnis kommt auch der regionale Wohnungsmarktbericht des Kommunalverbunds Niedersachsen-Bremen.

Die Gründer des Start-ups „misambo“ sehen nach eigenen Angaben in dieser Entwicklung eine Chance, vorhandenen Wohnraum besser als bislang nutzen zu können. Auf dem Portal können sich Wohnpartner kostenpflichtig suchen und finden. „Wir denken, dass der Nutzen so groß ist, dass sich der Beitrag für den Kunden lohnt“, ist sich Stelter sicher.

Die Plattform soll Menschen verbinden, die eine gemeinsame Vorstellung vom Wohnen haben. So können Personen mit gleichen Hobbys, Alleinerziehende oder Leute, die einfach nur durch das gemeinsame Wohnen in einem Haus sparen wollen, zueinanderfinden. Der Name „misambo“ leitet sich übrigens aus dem Schwedischen „minsambo“ ab, was so viel bedeutet wie „mein Wohnpartner“.

Stelter erklärt, wie die Kontaktaufnahme funktionieren soll: „Wir haben zusammen mit Experten einen differenzierten Fragebogen entworfen, der beantwortet werden muss.“ So seien Soziologen, Psychologen sowie Marktforscher einbezogen worden. „Das ist in dieser Form einzigartig in Deutschland und funktioniert generationenübergreifend, weil viele Themen im Zusammenhang betrachtet werden“, erklärt Stelter. Er ist nach eigenen Angaben in einem Mehrgenerationenhaus aufgewachsen und findet es attraktiv, Wohnraum zu teilen.

In Scherf haben die Gründer einen Unterstützer gefunden, der den gesellschaftlichen Nutzen, den das Portal bietet, sehr wichtig findet. „Ich wohne selbst seit Jahrzehnten in einer Hausgemeinschaft“, wird Scherf in einer Pressemeldung zitiert. „Deshalb finde ich es toll, dass es jetzt eine Plattform gibt, die Menschen jeden Alters beim Wohnen zusammenbringt“, so der 80-Jährige. „Es gibt diese Lösungen von Problemen, bei denen man sich am Ende immer fragt, warum einem das eigentlich selbst nicht eingefallen ist.“  dr

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