Ausschuss gibt „grünes Licht“ für 100 Prozent Breitbandversorgung

Internet bis zur letzten Milchkanne

Der Breitbandausbau soll auch in die entlegenen Wildeshauser Gebiete erfolgen. Foto: dpa

Wildeshausen – Die Stadt Wildeshausen und die Landgemeinde sollen bis zum Jahr 2022 eine hundertprozentige Versorgung mit Breitband für das Internet bekommen. Das empfahl der Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur am Donnerstagabend. Im anschließenden nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurde jedoch auch deutlich, dass auf Wildeshausen im Jahr 2022 Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro zukommen werden.

„Wir wollen sicherstellen, dass alle Bürger gleich behandelt werden“, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse. „Jedes Kind in Wildeshausen muss Breitband haben, um in der Schule nicht benachteiligt zu sein.“ Auch Bürgermeister Jens Kuraschinski sah den geförderten Ausbau als „einmalige Chance, Bereiche zu erschließen, die sonst kaum erreichbar wären“.

Hintergrund der Initiative ist der dritte Kooperationsvertrag mit dem Landkreis Oldenburg zum Breitbandausbau. Ein Planungsbüro hatte insgesamt 276 Adressen in der Landgemeinde identifiziert, die nach derzeitigem Kenntnisstand nach Abschluss der ersten beiden Förderprogramme und des vorgesehenen Eigenausbaus der EWE nicht mit mindestens 30 Mbit/s versorgt werden können. Der Landkreis hatte zur Vorbereitung des dritten Förderantrages drei Modelle vorgestellt, die unterschiedliche Ausbauumfänge beinhalten. Zur Wahl stehen 88,5, 94,2 oder 100 Prozent. Der Ausbau wird vom Bund mit 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten sowie vom Land mit knapp zehn Prozent gefördert.

Im Rahmen des geplanten Kooperationsvertrages sollen die verbleibenden Kosten je zur Hälfte vom Landkreis und der Stadt getragen werden. Somit verbliebe bei Wildeshausen ein Eigenanteil in Höhe von rund 20 Prozent der Ausbaukosten.

„Wir brauchen das schnelle Internet an jeder Milchkanne“, so Matthias Kluck (SPD). Dieser Meinung war auch Jens-Peter Hennken. Er verwies aber auf die Kosten in Millionenhöhe und regte an, sich über Alternativen wie ein flächendeckendes Mobilfunknetz Gedanken zu machen. Das lehnte jedoch Wirtschaftsförderer Claus Marx ab. „Das ist eine andere Baustelle“, erklärte er. Letztlich wurde die hundertprozentige Breitbandversorgung von allen Ausschussmitgliedern mitgetragen.  dr

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