Auch junge Menschen aus Togo und Syrien

Internationale Freiwillige in der Himmelsthür

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Diese jungen Leute finden: Ein FSJ macht Spaß! Hier ist die Hälfte des Freiwilligenjahrgangs.

Wildeshausen - Wildeshausen, Sandkrug oder Delmenhorst? Eine quirlige Wohngemeinschaft von selbstbestimmten Menschen? Mit Beschäftigten in den Tagesförderstätten arbeiten und praktische Dinge herstellen? Oder lieber ältere Menschen unterstützen?

Die Diakonie Himmelsthür bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Teilnehmende eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) oder eines Bundesfreiwilligendienstes (BFD).

Der 19-jährige Christian Tran aus Wildeshausen leistet zurzeit seinen Bundesfreiwilligendienst im Haus Ammerland auf dem Gelände an der Dr.-Klingenberg-Straße. Dort leben geistig behinderte Menschen, die Unterstützung und zum Teil auch Pflege benötigen. Ein Freund hatte ihm empfohlen, sich bei der Himmelsthür zu bewerben. 

Der 19-jährige Christian Tran aus Wildeshausen.

Tran: „Ich konnte mir vorher das Arbeiten im sozialen Bereich gar nicht vorstellen. Ich bin sehr positiv überrascht, und es macht mir großen Spaß. Ich finde das Jahr auch gut für meine Berufswahl. Denn ich möchte ja nicht anschließend etwas studieren und wieder abbrechen.“ Der junge Wildeshauser sucht zurzeit eine passende Uni oder Fachhochschule.

Bei der Wohnbereichsleiterin im ersten Stock des Hauses Ammerland, Lena Lövenich, ist es fast genauso gelaufen. Sie absolvierte ihr FSJ im Haus Regenbogen der Diakonie in Oldenburg und studierte anschließend in Vechta. „Ein soziales Jahr ist immer ein Gewinn. Parallel zu meinem Studium habe ich auf 450-Euro-Basis im Wohnheim gearbeitet und weiter praktische Erfahrung gesammelt. Ansonsten hätte ich als Absolventin nicht sofort eine Leitungsposition bekommen“, sagt sie.

Großer Jahrgang

Der aktuelle FSJ- und BFD-Jahrgang in der Diakonie Himmelsthür ist ungewöhnlich groß und bunt. Gegenüber früheren Jahrgängen hat sich die Zahl verdreifacht. Unter ihnen ist ein 43-jähriger syrischer Flüchtling, der am Programm BFDmf (BFD mit Flüchtlingsbezug) teilnimmt. Zum 1. Februar kam außerdem eine Freiwillige aus Togo, die vorher als Au-pair in Süddeutschland arbeitete. Weitere internationale Freiwillige werden erwartet.

„Der große Jahrgang ist sehr erfreulich für uns“, sagt der Regionalgeschäftsführer der Diakonie Himmelsthür, Jörg Arendt-Uhde. „Menschen mit Assistenzbedarf bekommen wertvolle Unterstützung durch die jungen Menschen. Es findet Begegnung statt. Freiwillige sind eine Bereicherung und können für sich sehr wertvolle Erfahrungen machen.“ Oft entscheiden sie sich anschließend für eine Ausbildung als Heilerziehungspfleger oder für ein Studium der sozialen Arbeit. „Wenn wir die jungen Menschen bei uns halten können, gewinnen wir wertvolle Nachwuchskräfte“, sagt Arendt-Uhde.

Erst an Arbeit gewöhnen

Tran gibt zu, dass er sich anfangs daran gewöhnen musste, den Menschen beim Duschen oder Zähneputzen zu helfen. Dies sei ein sehr persönlicher Bereich. Aber er arbeitet nicht nur im Früh- oder Spätdienst mit. Er geht auch mit Bewohnern spazieren oder begleitete eine Frau auf ihrer Fahrt nach Delmenhorst. „Sie hat sich so gefreut, und das war schön für mich“, sagt er.

Seine Anleiterin im Freiwilligenjahr ist die 24-jährige Altenpflegerin Laura Siemer. Sie ist dafür zuständig, dass er sich im Wohnbereich auskennt, die Tagesstruktur kennenlernt und sich mit seinen Tätigkeiten wohlfühlt.

„Es ist mir wichtig, auf seine Bedürfnisse einzugehen. Wir haben regelmäßig Austauschgespräche, aber es ergibt sich auch fast täglich ein Gespräch zwischen Tür und Angel.“ Alle Aufgaben werden nur mit Zustimmung auf den Freiwilligen übertragen. Er darf keine Medikamente ausgeben und ist nie alleine im Dienst.

Teilnahme an fünf Seminaren

Alle FSJlerinnen und BFDler nehmen während ihres Jahres an fünf Seminaren des Trägers der Freiwilligendienste teil. Das ist das Diakonische Werk in Niedersachsen. Christian Tran findet das Bildungsangebot super: „Wir sind eine feste Gruppe. Es entstehen Freundschaften. Wir dürfen die Themen auch mitbestimmen. Uns interessiert im nächsten Seminar das Thema, wie man mit Aggressionen bei Bewohnern umgehen kann.“

Die Pädagogen aus den Seminargruppen besuchen die Freiwilligen auch ein- bis zweimal vor Ort.

Für Tran steht fest: Er möchte soziale Arbeit studieren und kann sich vorstellen, später selbst einen Wohnbereich für Menschen mit Assistenzbedarf zu leiten.

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