Interessierte informieren sich bei Einführungsveranstaltung im Stadthaus/Verständnis für andere Kulturen ganz entscheidend

Große Bereitschaft in der Stadt, Flüchtlingen zu helfen

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Rita Manietta, Michael Böhmermann, Franz-Josef Franke, Torben Kienert und Uta Barth (v.l.) informierten im Stadthaus.

Wildeshausen - Womit muss ich rechnen, wenn ich ehrenamtlich Flüchtlinge betreue? Wo kann ich mich engagieren? 24 interessierte Wildeshauser trafen sich im Stadthaus, um sich unter anderem darüber zu informieren.

Um Ehrenamtliche in ihrer Tätigkeit zu begleiten und eine regelmäßige Beratung zu gewährleisten, hatte sich die Initiative „Willkommen in Wildeshausen“ mit Uta Barth, Silke Grabbe, Kristiane Helter und Kreszentia Flauger vor geraumer Zeit an die Freiwilligenagentur „mischMIT“ gewandt. Das gesamte Projekt „Willkommen – Miteinander in Wildeshausen“ wird zudem in Abstimmung mit der Stadtverwaltung organisiert, die auch die Trägerschaft übernommen hat.

Als vor über einem halben Jahr Unterschriften für eine gute Willkommenskultur in Wildeshausen gesammelt wurden, konnten Unterstützer auch angeben, dass sie sich ehrenamtlich engagieren wollen. Diese Hilfe soll aber koordiniert ablaufen, damit sich verschiedene Initiativen nicht gegenseitig behindern und wirklich dem Bedarf entsprechend gearbeitet wird. Zudem müssen Helfer gezielt auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

Thorben Kienert stellte als Geschäftsführer der Freiwilligenagentur das gemeinsam erarbeitete Projekt vor, das unter anderem beinhaltet, Flüchtlinge bei Arzt- oder Behördenbesuchen zu unterstützen. Allerdings, so Rita Manietta, Fachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung, müssten sich Ehrenamtliche gut auf den Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturkreisen einstellen. So könne es durchaus sein, dass Flüchtlinge den Blickkontakt meiden, weil sie es nicht gewohnt sind, anderen direkte in die Augen zu schauen. Das habe aber nichts mit Ablehnung zu tun. „Fremde Kulturen führen auch zu anderen Reaktionen, die wir so nicht kennen“, so Manietta. Es gehe bei der Flüchtlingsbetreuung in erster Linie darum, das Gegenüber wertzuschätzen, auch wenn dessen Verhalten auf den ersten Blick ungewohnt sei. Dazu gehöre auch das Tolerieren von Rollenverteilungen zwischen Mann und Frau, die in unserer Kultur nicht akzeptiert würden, die aber in anderen Kulturen selbstverständlich seien.

Hilfreich für die an ehrenamtlicher Arbeit Interessierten war in diesem Zusammenhang, dass der Kreisgeschäftsführer des Diakonischen Werkes Delmenhorst und Oldenburger-Land, Franz-Josef Franke, und der Flüchtlingssozialarbeiter Michael Böhmermann über die Bedürfnisse der Flüchtlinge und Asylsuchenden informierten. Böhmermann soll zusammen mit der Freiwilligenagentur die Ehrenamtlichen und die Flüchtlinge zusammenbringen. „mischMit“ übernimmt die Betreuung der Helfer und bietet regelmäßigen Austausch an. „Schon mit einer Stunde ehrenamtlicher Tätigkeit im Monat kann man viel Gutes tun“, bilanzierte Silke Grabbe am Ende des Abends. Wer helfen möchte, kann sich bei „mischMIT“ unter Tel. 04431/7483475 informieren.

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