Ladenlokale sind oftmals zu klein 

Interesse des Einzelhandels an Innenstadt recht gering

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Die SPD in Wildeshausen hatte sich mit Daniela Baron (2.v.l.) vom Stadtmarketing und Wirtschaftsförderer Claus Marx (r.) Experten für den Innenstadtrundgang eingeladen.

Wildeshausen - „Zum Thema Leerstand gibt es so viel zu sagen“, eröffnete Ratsfrau Evelyn Goosmann am Montag die SPD-Tour durch die Innenstadt. Genau das sollte auch geschehen, denn mit Daniela Baron vom Stadtmarketing und Claus Marx von der Wirtschaftsförderung hatten sich die Sozialdemokraten Experten der Stadtverwaltung eingeladen.

Die Leerstände auf Einzelhandelsflächen zu beheben, ist allerdings gar nicht so leicht. „Die Nachfrage vom inhabergeführten Einzelhandel ist gering“, so Marx. „Es gibt aber großes Interesse von Dienstleistern, und die sorgen schließlich auch für eine Belebung der Innenstadt.“

Problematisch ist nach seiner Einschätzung, dass viele Ladenlokale zu klein sind für attraktiven Einzelhandel. Dafür benötigen Geschäftsleute in der Regel mehr als 500 Quadratmeter. „Und viele wollen die Kundenparkplätze dann am besten direkt vor dem Laden haben“, so Marx. Er hofft, ab Herbst mit einer neuen Wirtschaftsförderungsrichtlinie bessere Startchancen für Geschäftsleute zu bieten. Er würde sich auch wünschen, dass sich mehr Eigentümer zusammenschließen, um größere Flächen anbieten zu können.

„Darauf werden wir wohl lange warten müssen“, äußerte sich SPD-Ratsherr Hartmut Frerichs pessimistisch. „Man muss wegen der Leerstände aber nicht in Panik ausbrechen“, fand Goosmann. „Die Lage ist in Wildeshausen gar nicht so schlecht.“

Der Leerstand in den Räumen der ehemaligen „Apotheke am Markt“ in Wildeshausen ist Geschichte. Hier eröffnet bald ein Geschäft für festliche Mode.

Das sah auch Baron so. „Unser Ziel ist es, die Leerstände ein wenig aufzuhübschen, um das Stadtbild attraktiver zu machen“, sagte sie. Deswegen plane das Stadtmarketing Deko in den Schaufenstern oder Ausstellungen von Künstlern. Die Verwaltung sei zudem sehr daran interessiert, mit kleinen Dingen das Stadtbild zu verbessern. „Der Garten vor dem historischen Rathaus soll nun hübsch angelegt werden“, so Baron. Auch die Bänke und die Laternen müssten dringend repariert oder ausgetauscht werden. Was die Müllproblematik betrifft, sei man in Gesprächen mit der Diakonie Himmelsthür, um Sammler zu beschäftigen.

Wichtigste Projekte in der Innenstadt sind im Rahmen von Wildeshausen 2030 zunächst aber die Attraktivitätssteigerung von Wall, Herrlichkeit, Huntestraße sowie ehemaliges Feuerwehrhaus. Ob es dafür Zuschüsse gibt, entscheidet sich aber erst im kommenden Jahr. Für andere Förderantrage benötige die Stadt ein touristisches Gesamtkonzept, betonte Baron auf Nachfrage der Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag. Dann sei in Wildeshausen vieles denkbar. dr

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