Der intelligente Radbolzen

Wildeshauser möchte mit „Wheelguard“ weltweit erfolgreich sein

In Verbindung: Der Sensor des „Wheelguard“ meldet per App, wenn sich der Radbolzen löst. Jörg Blin hat die Radschraube mit Sender ausgetüftelt.

Er ist klein, hat einen Sensor und könnte Millionen Kraftfahrzeugbenutzer weltweit begeistern. „Wheelguard“ heißt die Erfindung von Jörg Blin aus Wildeshausen, die schon jetzt Reifen- und Automobilhersteller interessiert und spätestens in einem halben Jahr auf dem Markt sein soll.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Bei „Wheelguard“ handelt es sich um einen intelligenten Radbolzen, der schwere Unfälle und Diebstähle verhindern kann und damit Leben retten sowie Millionenschäden vermeiden soll. „Er löst ein Problem“, ist sich Blin sicher. „In Deutschland werden jährlich rund 300. 000 zum Teil wertvolle Radsätze von Privatwagen oder Händlerflächen gestohlen. Zudem passiert es immer wieder, dass sich Räder während der Fahrt lösen, weil Werkstätten schlampen, die Kunden sie nicht nachziehen lassen oder Saboteure Radmuttern bei Rettungs- und Polizeiwagen lösen.“ Deshalb glaubt er an eine internationale Verbreitung seiner Erfindung. 

Idee kam auf einer geschäftlichen Fahrt

Die Idee kam dem Wildeshauser während einer geschäftlichen Fahrt in Richtung Frankfurt. „Am linken Vorderrad lösten sich alle Radbolzen. Vibrationen und laute Geräusche haben das angekündigt“, so Blin. „Augenscheinlich hatte die Werkstatt bei dem vorangegangenen Reifenwechsel nicht sorgfältig gearbeitet. Nach einem Zwischenstopp und dem Festziehen der Radbolzen haben wir uns gefragt, warum es erst soweit kommen musste. Fahrzeuge können heutzutage fast alles anzeigen, das Lösen von Radbolzen oder Muttern wird aber nicht signalisiert.“

Verschiedene Prototypen: Der Weg zum fertigen „Wheelguard“ ist weit. Foto: Rohdenburg

Blin rief seinen Freund Felix Rennies in Berlin an und fragte, ob ihm eine Problemlösung einfällt. Der Ingenieur war kreativ, und so haben die beiden mittlerweile nach einigem Tüfteln einen Gebrauchmusterschutz für ihren „Wheelguard“ entwickelt. Bis November kann das Produkt zudem zum Patent angemeldet werden. „Im Kopf des Bolzens ist ein Bluetoothsender“, erläutert Blin. „Wenn die Mutter gelockert wird, gibt es ein Warnsignal entweder auf eine App im Handy oder auf eine Empfängerbox im Wagen, die an die OBD2-Schnittstelle angedockt wird. „Von Verhandlungen mit den Autoherstellern hängt es ab, ob das Signal auch auf dem Display im Cockpit erscheinen kann“, sagt Blin, der zudem in Verhandlungen mit Reifenherstellern steht. 

Vorstellung im Bundesverkehrsministerium

Egal, wo sich der Autobesitzer befindet, er bekommt ein Signal auf sein Handy und kann beispielsweise die Polizei alarmieren. „Interessant ist das für Autoverleiher, die so ihre gesamte Flotte ausrüsten können“, sagt der Tüftler. Als Diebstahlsschutz würden vier „Wheelguards“ pro Auto genügen. Als Unfallschutz wären 16 oder 20 Exemplare nötig. Der Wildeshauser hofft, diese über Fachhändler und Werkstätten vertreiben zu können. „In die Erstausstattung bei Herstellern zu kommen, wäre natürlich ein Traum“, sagt Blin, der bereits in Gesprächen mit dem Niedersächsischen Innenministerium steht, das großes Interesse an einer Sicherung der Streifenwagen hat. Zudem wird der Erfinder seinen Prototyp demnächst im Bundesverkehrsministerium vorstellen.

„Ich habe großes Interesse, strategische Partner zu finden“, betont Blin. Es sei eben noch ein Weg bis zur Marktreife und dafür brauche er Unterstützung. Sein Unternehmen ist im Internet unter www.wheelguard.de zu erreichen.

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