Vertrag für zentrenrelevantes Aldi-Sortiment

Innenstadthandel unter Schutz

So soll der neue Aldi-Mark an der Harpstedter Straße aussehen. Das Innenstadtsortiment wird voraussichtlich begrenzt.

Wildeshausen - Der Bebauungsplan für einen neuen Aldi-Markt an der Harpstedter Straße mit einer Verkaufsflächenerweiterung von 800 auf 1 200 Quadratmeter hat eine weitere Hürde genommen. Der Wildeshauser Bauausschuss hat die öffentliche Auslegung der Planentwürfe empfohlen, sodass der Verwaltungsausschuss dieses Verfahren am 15. Juni beschließen kann. Dann, so die weitere Vorgehensweise, geht es aber noch darum, einen Durchführungsvertrag mit dem Discounter abzuschließen, der nach den Vorstellungen der Politik eine wichtige Einschränkung beinhaltet: die zentrenrelevanten Sortimente, wie beispielsweise Schmuck, Wäsche oder Spielzeug, sollen auf maximal zehn Prozent begrenzt werden. Ziel der Ausschussmitglieder ist es, damit den Innenstadthandel zu schützen.

Die Meinungen über geeignete Maßnahmen waren allerdings während der Sitzung am Dienstagabend unterschiedlich. „Ich halte die Begrenzung auf zehn Prozent für unrealistisch“, erklärte Evelyn Goosmann (SPD), während Bernhard Block (CDU) sich für ein Limit einsetzte. „Vielleicht möchte Aldi später noch mehr zentrenrelevante Waren anbieten. Das müssen wir verhindern“, so der Christdemokrat.

Heiner Spille (UWG) hatte ein grundsätzliches Problem mit der Erweiterung des Aldi-Marktes. „Ich finde, die müssen mit den bisherigen 800 Quadratmetern klarkommen“, meinte er. Wenn auch noch der Rewe-Markt am Huntetor vergrößert werden würde, hätte die Stadt im Osten deutlich mehr Verkaufsfläche als von den Gutachtern vorgesehen.

Im Rahmen der Diskussion wurde deutlich, dass der Neubau von Aldi nicht zu einer extremen Sortimentserweiterung führen wird. Das neue Ladenkonzept sieht vielmehr breitere Gänge und mehr Einkaufskomfort vor, sodass das Warenangebot nicht proportional wächst.

Longinus Flenker, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi, hätte zwar gerne „mehr Luft“ bei den innenstadtrelevanten Sortimenten. Die zehnprozentige Begrenzung ist für den Discounter aber nichts Ungewöhnliches. „Über das Jahr gerechnet können wir das einhalten“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung, denn Aldi habe nicht ständig Ware im Angebot, die unter die Begrenzung falle. Welches Limit in Zukunft an der Harpstedter Straße gelten wird, ist nun eine Frage der Verhandlungen zwischen Stadt und Einzelhandelsriesen. - dr

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