Lebensqualität beeinträchtigt?

Initiative plant Einwendungen gegen neues Industriegebiet

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Auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes am Bürgerpark (Pfeil) soll das neue Gewerbe- und Industriegebiet entstehen. In der Nachbarschaft liegen mehrere Höfe. Deren Besitzer wollen sich gegen die Realisierung wehren.

Wildeshausen - Die Realisierung des Gewerbe- und Industriegebietes Wildeshausen-West wird wohl nicht ohne zahlreiche Einwendungen aus der Bevölkerung und Gerichtsterminen vonstattengehen. Wie schon vor Jahren einmal haben sich Bürger aus Steinloge und Umgebung zu einer Interessengemeinschaft zusammengefunden. Sie planen zunächst Eingaben im Rahmen der öffentlichen Auslegung.

Wie berichtet, hat der Verwaltungsausschuss der Auslegung der Entwürfe für die Flächennutzungsplanänderung „Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen West“ zugestimmt. Die Anwohner befürchten nun, dass durch die Realisierung der Maßnahme in ihre Rechte eingegriffen wird. „Von einem Industriegebiet werden dauerhaft permanente Immissionen ausgehen, die die Lebensqualität dieser Bürger erheblich einschränken, in einigen Fällen gegebenenfalls sogar die Lebensgrundlage beeinträchtigen wird“, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.

„Das direkt ans geplante Industriegebiet angrenzende Dorf Steinloge ist schon lange kein reines Bauerndorf mehr“, betonen die Aktiven um ihre Sprecher Detlef Bahrs und Reinhard Meiners. „Im Laufe der Jahrzehnte hat sich ein Wandel vollzogen. Von vormals 34 bäuerlichen Höfen, auf denen jeweils drei Generationen lebten, sind lediglich fünf landwirtschaftliche Betriebe geblieben, die teilweise sogar in Nebenerwerb geführt werden.“

Aufgegebene Höfe noch teils bewohnt

Die aufgegebenen Höfe würden teilweise noch von den alten Besitzern bewohnt, andere seien aber auch von neuen Eigentümern übernommen worden, die beispielsweise privat Pferde halten, einen Pferdehof betreiben oder Ferienzimmer vermieten. „Steinloge hat sich zu einem Naherholungsgebiet mit ländlichem Charakter gewandelt, das nun durch ein Industriegebiet gefährdet wird“, kritisiert die Initiative. „Ein Industriegebiet, für das jetzt 35 Hektar Wald abgeholzt werden sollen und für das eigentlich gar kein richtige Bedarf vorhanden ist.“

Die Bürger verweisen darauf, dass es ihrer Ansicht nach im Dreieck Bremen-Oldenburg-Osnabrück und vor allem entlang der Autobahn 1 reichlich freie Industrie- und Gewerbeflächen gibt, auf denen sich hiesige Firmen weiterentwickeln und fremde Betriebe ansiedeln können. „Es ist also nicht notwendig, hierfür intakte Natur zu zerstören“, kritisieren sie.

Zunächst wollen sich die Anwohner mit den Unterlagen der Auslegung vertraut und dann von der Eingabemöglichkeit Gebrauch machen. Die Frist läuft bis zum 16. Juli. Sie verweisen auf eine „fachliche Unterstützung durch kompetente Personen und Institutionen“. Das nächste Treffen der Interessengemeinschaft ist am Donnerstag, 5. Juli, ab 19.30 Uhr auf dem Hof Martens, an der Steinloger Straße 2. Eine Kontaktaufnahme ist per E-Mail an ingewiwest@gmx.de möglich.

dr

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