Anwohner äußern sich entsetzt über „Coup“ von Diakonie und Investoren

Initiative gegen Himmelsthür-Pläne

Könnte auch in einem neuen Baugebiet erhalten bleiben: Das Haus Ammerland auf dem Diakoniegelände.
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Könnte auch in einem neuen Baugebiet erhalten bleiben: Das Haus Ammerland auf dem Diakoniegelände.

Wildeshausen – Die konkreten Pläne für eine Bebauung des Geländes der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen liegen noch gar nicht auf dem Tisch, da formiert sich bereits breiter Widerstand gegen eine neue Bebauung. Diese soll eigentlich nach Aufgabe der meisten Wohnhäuser durch die Behinderteneinrichtung erfolgen.

Wie berichtet, lehnt die UWG die Ideen der Investoren Philipp und Peter Hellmers komplett ab. Die SPD hat bereits signalisiert, den geplanten Umfang und die Geschwindigkeit bei der Entwicklung des Gebietes nicht unterstützen zu wollen. Und nun kündigt die Interessengemeinschaft „Naherholungsgebiet Himmelsthür“ ebenfalls massiven Widerstand an.

Die Initiative aus der Nachbarschaft hatte bereits vor zwei Jahren mehr als 650 Unterschriften gegen eine Beplanung des Himmelsthürgeländes gesammelt. „Dabei stießen wir auf großen Rückhalt im Wildeshauser Stadtrat“, teilen die Sprecher Christoph Schneider und Thomas Scherbaum in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben mit. Nun aber solle anscheinend doch ein Großprojekt auf dem Gelände unter erheblichem Verlust des Waldcharakters entstehen.

Anwohner zeigen sich erstaunt und entsetzt

„Über den Coup zwischen der Diakonie und den Investoren sind wir erstaunt und gleichermaßen entsetzt“, schreibt die Initiative. Es stellten sich vielerlei Fragen. „Warum erwirbt ein Investor ein Gelände, für das es keinen Bebauungsplan gibt? Wurden mit den zuständigen Behörden und Parteien bereits Absprachen getroffen, eine Beplanung zu erreichen?“, möchten die Bürger wissen, die sich nach Details erkundigen.

Während die Brüder Hellmers im Rahmen eines Pressegespräches noch keine genauen Entwürfe vorlegen wollten, geht die Initiative davon aus, dass es konkrete Pläne für einen neuen „Stadtteil“ mit einer Vielzahl von Gebäuden für Hunderte von Menschen gibt.

„Wie soll der damit verbundene Autoverkehr bewältigt werden? Wird es in diesem Zusammenhang eine zusätzliche Verbindung zur Delmenhorster Straße durch den Wald geben? Wie viele Jahre werden die Anwohner der Heilstättenstraße, des Zuschlagsweges und der Dr.-Klingenberg-Straße durch massiven Bauverkehr belästigt werden?“, lauten die Fragen mit Verweis darauf, dass die Infrastruktur Wildeshausens schon jetzt an ihre Grenzen stoße. Auch die Auswirkungen auf die „zunehmend überlastete Harpstedter Straße“ und das Wasserschutzgebiet werden thematisiert.

Beplanung strikt abgelehnt

Die Interessengemeinschaft „Naherholungsgebiet Himmelsthür“ lehnt eigenen Angaben zufolge weiterhin eine Beplanung des Geländes strikt ab. „Durch das geplante Projekt der Brüder Hellmers sehen wir uns in dieser Einschätzung bestätigt und halten in Kenntnis der bisher vorliegenden Pläne das Vorhaben der Investoren im Hinblick auf die Entwicklung unseres Luftkurortes für vollkommen entbehrlich“, heißt es. Die vorgebliche tiefe Verbundenheit der Investoren zu ihrer Heimatstadt samt ihrer ökologischen Anliegen halte man für vorgeschoben, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.

Die Initiative setzt sich dafür ein, dass die Stadt und der Landkreis das Himmelsthürgelände vornehmlich als Erholungsgebiet schützen. „Letztendlich kann nur so der im Grundgesetz festgelegten Verantwortung, die natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen zu erhalten, entsprochen werden“, schreiben Schneider und Scherbaum. „Wildeshausen ist verpflichtet, eine seiner wertvollsten Naturflächen nachhaltig zu schützen. Ein Verlust an Baumbestand ist in der heutigen Zeit unverantwortlich.“

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