Initiative „Erlebe it“ stellt Einrichtungen Referenten und Material zur Verfügung

Mehr Medienkompetenz an den Schulen im Landkreis

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„WhatsApp“, Facebook und Co. bieten vielfältige Möglichkeiten, bergen für uninformierte Nutzer aber auch Gefahren.

Landkreis - 76 Prozent der Kinder im Alter von zwölf Jahren nutzen bereits den internetbasierten Nachrichtendienst „WhatsApp“. Das ergab eine Studie des Digitalverbandes Bitkom. Dabei ist eine Verwendung des Programms erst ab 16 Jahren erlaubt. Im Rahmen der Medienkompetenz-Initiative „Erlebe it“ können sich Schüler, Lehrer und Eltern im Landkreis Oldenburg nun über den sinnvollen Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken informieren – und sich so vor Gefahren schützen.

„Erlebe it“ ist eine bundesweite Initiative der Digitalwirtschaft zur Vermittlung von Medienkompetenz in Schulen, bei der ehrenamtliche Fachkräfte Fragen rund um den vernünftigen Umgang mit Facebook, Twitter und Co. klären.

„Wie schütze ich meine Privatsphäre?“ oder „Welche Bilder darf ich verwenden, ohne Urheberrechte zu verletzen?“ – Fragen wie diese sollen in Workshops thematisiert werden. Gleichzeitig möchte die Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche (ITK) Jugendliche mit der Initiative für eine Karriere in diesem Berufsfeld begeistern.

„Umfragen des Bitkom zeigen, dass sich die große Mehrheit der Schüler wünscht, Themen der digitalen Welt im Unterricht ausführlicher zu behandeln“, sagt Achim Berg, Vizepräsident des Digitalverbandes, der auch Träger der Initiative ist. Deshalb wolle man die Schulen dabei unterstützten, diese Medienkompetenz zu vermitteln. Das Thema gewinnt immer mehr und vor allem immer früher an Bedeutung: Im vergangenen Jahr waren etwa 94 Prozent der Kinder im Alter von zehn Jahren im Internet unterwegs, 65 Prozent der 14-Jährigen sind in sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv, lauteten weitere Ergebnisse der Bitkom-Studie. Im Rahmen der Initiative „Erlebe it“ gab es bisher mehr als 600 Veranstaltungen mit etwa 20000 Schülern, 11000 Unterrichtspakete wurden weiterführenden Schulen zur Verfügung gestellt.

120 Bundestagsabgeordnete unterstützen die Initiative in ihren jeweiligen Wahlkreisen. Für den Landkreis Oldenburg hat Astrid Grotelüschen (CDU) die Schirmherrschaft übernommen. „Der sinnvolle Umgang mit unterschiedlichen Medien muss wie zum Beispiel das Einmaleins erlernt und geübt werden“, sagt Grotelüschen. Sie betont, dass alle Angebote für die Schulen kostenfrei sind. Interessierte Einrichtungen können sich per E-Mail an astrid.grotelueschen.ma06@bundestag.de melden.

Dass der Umgang mit modernen Medien für Schüler große Gefahren birgt, ist an den Einrichtungen längst bekannt. Vor kurzem erst berichtete Björn Knölke, Schulsozialarbeiter am Ganderkeseer Gymnasium, Abgeordneten des Kreistags über die dortige Entwicklung. Knapp 90 Prozent der Schüler besäßen inzwischen ein Smartphone und hätten damit einen schwer zu kontrollierenden Zugang zum Internet.

Gerade Programme wie „WhatsApp“ würden auch dazu genutzt, um Gewaltvideos oder intime Fotos zu verschicken. Es biete zudem „neue Möglichkeiten des Mobbings“, so Knölke. Und soziale Netzwerke wie Facebook würden auch von Pädophilen missbraucht, um unter einer Schein-Identität Kontakt zu Minderjährigen zu suchen. An Eltern und Lehrer würden sich betroffene Schüler in einer solchen Situation eher selten wenden – zumal diese auch häufig selbst damit überfordert sind, weil ihnen zum Beispiel das Wissen um die technischen Möglichkeiten fehle.

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