Ingo Hermes: Viele Nachbargemeinden bieten schon Flächen an

Mittelstand mahnt neues Industriegebiet an

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Petra Dekker (l.) und Ingo Hermes (r.) ehrten die langjährigen Mitglieder Jürgen Prautzsch, Helmut Rang, Andreas Schwerdt, Holger Bierans und Wilhelm Schilling (v.l.).

Wildeshausen - Der Vorsitzende der Wildeshauser Mittelstandsvereinigung (MIT), Ingo Hermes, fordert mit Nachdruck ein neues Industriegebiet für Wildeshausen. Dabei sei es unerheblich, ob ein interkommunales Gebiet an der Autobahnabfahrt Wildeshausen-Nord oder ein eigenes an der Abfahrt West geschaffen werde, so Hermes im Rahmen der Generalversammlung der MIT am Freitagabend.

Aufgabe seiner Vereinigung sei es per Satzung, die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Wildeshausen voranzutreiben. Dazu müsse die Wirtschaftskraft ausgebaut werden und dafür werde man sich weiter einsetzten.

Hermes vermisst bei Stadt- und Landkreisvertretern das klare Bekenntnis für ein neues Industriegebiet. „Nach unseren Informationen liegen diese Mehrheiten beim Rat der Stadt vor, und es ist einiges in die Wege geleitet.“ Auch wenn nicht alle Parteien zustimmten, Politik werde nun mal durch Mehrheiten gemacht, die sich durchsetzen müssten.

Hermes zeigte auf, wo seiner Ansicht nach das Problem liegt: „Viele Nachbargemeinden bieten potenziellen neuen Unternehmen ausreichende Flächen für Gewerbe und Industrie an. Wenn wir in Wildeshausen nichts zu bieten haben, wird es mittelfristig eine Schwächung des Standortes geben. Und das wird sich sicherlich nicht positiv auf die zukünftigen Haushalte auswirken.“ Darüber hinaus werde der Verkehr trotzdem über den Westring „donnern“, auch wenn er nicht aus dem eigenen Industriegebiet komme.

Mit Blick auf die Einstellung eines Wirtschaftsförderers in Wildeshausen mit halber Stelle erklärte Hermes: „Wir begrüßen das und haben es seit Jahren gefordert. Aber ein klares Bekenntnis zur Wirtschaftsförderung setzt auch die entsprechenden finanziellen und zeitlichen Ressourcen für einen Wirtschaftsförderer voraus. Eine halbe Stelle ist hier kein klares Bekenntnis.“

Die Mittelstandsvereinigung fordert weiterhin die Steigerung der weichen Standortfaktoren. Dazu gehörten eine attraktivere Innenstadt und guter bezahlbarer Wohnraum. „Nur so können wir langfristig das hohe Potenzial unserer Mitarbeiter ausbauen oder erhalten“, betonte Hermes.

Das Thema Integration von Flüchtlingen beschäftigt auch die MIT. Die Unternehmensleiter interessiert, wie sie die potenziellen Mitarbeiter möglichst schnell in ein geregeltes Arbeitsverhältnis bekämen. „Der demografische Wandel schlägt in Zukunft immer größere Lücken in den Arbeitsmarkt“, so Hermes. „Nutzen wir die Chance! Auch wenn die Flüchtlinge nur mittelfristig bis langfristig die Folgen der Überalterung unserer Gesellschaft mildern, so müssen wir diese Gelegenheit frühzeitig wahrnehmen und schon jetzt die richtigen Weichen stellen für die Zukunft.“

dr

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