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Axel Großmann schließt Tabakwaren- und Lottogeschäft

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Von: Dierk Rohdenburg, Ove Bornholt

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Immer einen netten Spruch: Axel Großmann steht seit 25 Jahren hinterm Tresen.
Immer einen netten Spruch: Axel Großmann steht seit 25 Jahren hinterm Tresen. © bor

Die Huntestraße in Wildeshausen wird um ein Traditionsgeschäft ärmer: Axel Großmann schließt seinen Tabakwaren- und Lotto-Laden Ende des Monats.

Wildeshausen – Mit Axel Großmann verliert die Huntestraße in Wildeshausen ein prägendes Geschäft. Der am 1. April 1997 eröffnete Laden für Tabakwaren, Lotto, Zeitschriften und Whisky schließt nach 25 Jahren zum Ende dieses Monats. Weil sich die Umsätze immer weiter verschlechterten, zog Großmann jetzt die Reißleine. „Ich hätte auf jeden Fall gerne weitergemacht“, sagt er und führt mehrere Ursachen für den Rückgang der Kunden an, weswegen er schon länger über eine Schließung nachgedacht hatte.

Zum einen sei da die Coronapandemie. Er habe rund ein Drittel seiner Lotto-Kunden an die Supermärkte verloren, schätzt der 58-Jährige. Diese hätten ihr Sortiment seit Ausbruch des Virus sogar noch ausgebaut. Zeitweise war ihm hingegen der Verkauf von Tabakwaren im Geschäft untersagt – eine Regelung, die er damals und heute ungerecht findet. Er sei der einzige Laden in Niedersachsen gewesen, der Zigaretten und Co. im Außer-Haus-Verkauf vor dem Geschäft anbieten musste.

Tabakwaren, Whisky, Lotto und Zeitschriften gibt es bei Großmann an der Huntestraße.
Tabakwaren, Whisky, Lotto und Zeitschriften gibt es bei Großmann an der Huntestraße. © bor

Den letzten Ausschlag gab nun die Neuordnung des Wochenmarkts. Bekanntlich wurde dieser auf die Huntestraße ausgedehnt. „Eigentlich eine gute Idee“, findet Großmann, der an eine Art Rundlauf denkt: Westerstraße, Hundestraße und durch die „Gildepassage“ wieder zurück. Aber seit April seien keine neuen Stände hinzugekommen. Und: Weil die Huntestraße nun donnerstagvormittags für die Durchfahrt gesperrt ist, hätten noch weniger Kunden den Weg in sein Geschäft gefunden. Der Händler spricht von der „Unattraktivität“ der Innenstadt und meint damit insbesondere die Huntestraße. Eine weitere Entwicklung schmälerte den Gewinn: Die Margen bei den Zigaretten gehen seit Jahren zurück.

Er werde seine Stammkunden vermissen, sagt der 58-Jährige. „Der kleine Plausch zwischendurch, das wird fehlen.“ Beruflich geht es für ihn als Angestellter im Shopverkauf auf dem Autohof in Groß Mackenstedt weiter. Das Verkaufen liegt ihm auch, immer wieder hat er einen netten Spruch auf Lager, wenn sich die Kunden Zigaretten rausholen oder ihre Lottoscheine abgeben. „Wir hatten auch ein paar große Gewinne. Die Leute müssen nicht mehr arbeiten“, blickt er auf 25 Jahre in dem kleinen Laden an der Huntestraße zurück.

„Tabakwaren Ahlers“ war das Vorgänger-Geschäft

1997 hatte er das Geschäft „Tabakwaren Ahlers“ übernommen und im Wesentlichen so fortgeführt. Allerdings vergrößerte er das Sortiment um hochwertige Spirituosen. Doch letztlich blieb ihm nur, die Segel zu streichen. Eine Abschiedsfeier oder Ähnliches werde es nicht geben, sagt der Wildeshauser. Dafür verkauft er seine Waren ab Mitte des Monats zu reduzierten Preisen. Die Miete läuft noch ein Jahr. Großmann hofft, dass sich vorher jemand findet, der an dem Standort eine eigene Idee verwirklichen möchte.

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City-Manager Ralf Möllmann führt ein Leerstandskataster für die Wildeshauser Innenstadt und bemüht sich darum, Nachfolgelösungen zu finden. An der Huntestraße gibt es einiges zu tun.

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