Landkreis Oldenburg startet Pilotprojekt mit App

Schnelle Impfdosis-Retter haben gute Chancen

Schneller geimpft werden? Das können flexible Bürger jetzt mithilfe einer App.
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Schneller geimpft werden? Das können flexible Bürger jetzt mithilfe einer App.

Wildeshausen – Was passiert, wenn Impfzentren Impfdosen übrig haben, weil Termine nicht in Anspruch genommen wurden? Die neue App „nowee“ bringt mit der sogenannten „impfee“-Kampagne Impflinge und Impfzentren kostenfrei zusammen. Auf der digitalen Plattform registrieren sich nach Angaben der Kreisverwaltung Bewerber als Dosis-Retter für ein ausgewähltes Impfzentrum, das sie innerhalb von 60 Minuten erreichen können.

Die Impfzentren wiederum melden der App kurzfristig freigewordene Impftermine. Diese werden an den vergeben, der sich zuerst meldet.

Programmiert wurde die App von dem schweizerischen Entwickler-Team Roman Lickel und Urs Bischof. Die beiden Unternehmer leisten diese Entwicklung als Non-Profit-Organisation. Getestet wird dieses Konzept niedersachsenweit erstmalig im Landkreis Oldenburg im Impfzentrum in Wildeshausen.

„Seit Öffnung der Impfzentren zeigt sich, dass vereinbarte Impftermine teilweise kurzfristig nicht wahrgenommen werden“, heißt es in der vom Landkreis verbreiteten Meldung. „Die bereits vorbereitete Impfdosis kann nicht verimpft werden und droht zu verfallen.“ Impfzentren seien deshalb gezwungen, freie Termine schnellstmöglich neu zu besetzen – zum Beispiel mit Nachrückern aus lokalen Organisationen.

Dies gelang auch bisher im Landkreis Oldenburg sehr gut, wo der Malteser-Hilfsdienst das Impfzentrum im Auftrag des Kreises betreibt und unter anderem die Feuerwehren schnell mit Restdosen geimpft werden konnten.

Da zukünftig aber zu erwarten ist, dass die Zahl an Nachrückern aus Organisationen abnimmt, suchte die Leitung des Impfzentrums nach einer Möglichkeit, übrig gebliebene Impfdosen zeitnah zu verimpfen.

Vorbild der Impf-Initiative ist die App „Too good to go“, die Lebensmittel vor der Vernichtung rettet. Die App verbindet in europäischen Großstädten Kunden mit Restaurants und Geschäften, die Lebensmittel nicht verkauft oder überschüssig haben.

Auch „impfee“ führt Angebot und Nachfrage zusammen. Registrierte Nutzer, die sich zuerst melden und den vom Land Niedersachsen freigegebenen Priorisierungsgruppen angehören, können diese Termine kurzfristig übernehmen. Wer über die App einen Termin bestätigt bekommt, verpflichtet sich, das ausgewählte Impfzentrum innerhalb von 60 Minuten aufzusuchen. Dort erfolgt die Erstimpfung, und der Impfling erhält den Termin für die Folgeimpfung.

Mit der „impfee“-Kampagne“ wollen die App-Entwickler sowie die Leitung des Wildeshauser Impfzentrums keinesfalls die vom Bund festgelegte Impfreihenfolge unterlaufen. Bischof: „Wir respektieren den Impfplan von Gesundheitsminister Spahn, der ständigen Impfkommission und des Landes Niedersachsen. Seine Einhaltung hat absoluten Vorrang. Andererseits darf keine einzige Impfdosis ungenutzt bleiben. Unser gemeinsames Ziel ist die Rettung von Impfdosen. Wir bewundern den großen Einsatz der Mitarbeitenden in den Impfzentren und möchten sie bei ihrer wichtigen Arbeit digital entlasten.“

Die ärztliche Leitung des Impfzentrums, Philipp Hammels, Dr. Thomas Demmer und Dr. Peter Günther, ergänzt: „Diese App gibt uns die Möglichkeit, wirklich jeden Impfstoff effektiv, unbürokratisch und unter Einhaltung der Corona-Verordnung unter die Bevölkerung zu bringen, sodass die Pandemie schnell zu einem Ende findet.“

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